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| 02:38 Uhr

Minister Dobrindt blockiert Lausitz

Die Bahnstrecke von Cottbus nach Görlitz kann ihr Potenzial nicht nutzen, da die Elektrifizierung weiter verzögert wird.
Die Bahnstrecke von Cottbus nach Görlitz kann ihr Potenzial nicht nutzen, da die Elektrifizierung weiter verzögert wird. FOTO: Ch. Taubert
Cottbus/Berlin. Die beiden Lausitzer SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrich Freese (Spremberg) und Thomas Jurk (Weißkeißel) haben Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium erhalten und sich enttäuscht gezeigt. Denn aus einem am Freitag übermittelten Fax geht hervor, dass der Bund das Vorhaben der Elektrifizierung der Bahnstrecke Cottbus-Görlitz in die Warteschleife schiebt. Christian Taubert

Im Auftrag von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) heißt es in dem Schreiben, dass Vorplanungen der Länder Brandenburg und Sachsen nicht nötig seien. Der Bund habe dafür genügend Geld zur Verfügung. Zudem sei das Vorhaben noch nicht in dem Stadium, um Planungen beginnen und in die höchste Kategorie des Bundesverkehrswegeplanes bis 2030 - vordringlicher Bedarf - aufrücken zu können.

Die Lausitzer sind über diese Einschätzung des Verkehrsministeriums verwundert. Immerhin hat eine Potenzialstudie der Industrie- und Handelskammer der elektrifizierten Bahnstrecke Cottbus-Görlitz eine Vervierfachung des Güterverkehrs und eine erhebliche Steigerung im Personenverkehr prognostiziert.

Das sei bereits eine positive Bewertung der Zukunft dieser Strecke Richtung Polen, erklärt Ulrich Freese. "Wir sehen die Modernisierung des Schienennetzes Richtung Sachsen auch als Anreiz für potenzielle Investoren, die in der Lausitz den Strukturwandel mitgestalten wollen", sagt der SPD-Politiker mit dem Hinweis darauf, dass die Bundeskanzlerin gerade im ARD-Sommerinterview Investitionen für die Strukturentwicklung in der Lausitz gefordert habe. Die jetzige Entscheidung sei für die Lausitz ein Wettbewerbsnachteil.