| 21:36 Uhr

Brandenburg
Mehr Schläger, weniger Diebe

Binnen zwei Jahren ist die Zahl der Fälle von Mord, Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Raub, räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung um 1000 gestiegen.
Binnen zwei Jahren ist die Zahl der Fälle von Mord, Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Raub, räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung um 1000 gestiegen. FOTO: Fotolia
Potsdam. Brandenburgs Polizei registriert deutlich mehr Gewalt – Flüchtlinge nur ein Teil der Entwicklung.

Mit 5100 Fällen von Gewaltkriminalität hat Brandenburg im Jahr 2017 einen Höchstwert erreicht. In zwei Jahren ist die Zahl der Fälle von Mord, Totschlag, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Raub, räuberischer Erpressung und schwerer Körperverletzung um 1000 gestiegen. Das ist der höchste Stand seit 2009. „Selbstverständlich sind das genau die Straftaten, die das Sicherheitsgefühl der Menschen in ganz besonderer Weise beeinträchtigen“, gab Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) gestern in Potsdam zu.

Nur zu einem Teil ist der Anstieg durch Flüchtlinge zu erklären. Bei Straftaten etwa gehen elf Prozent der Taten auf das Konto von Zuwanderern. Bei Sexualdelikten sind es zehn Prozent. Deutlich wird aber, dass dies ein Teil des Problems ist. „Das ist kein Brandenburger Spezialproblem“, sagt Schröter. Der Trend lasse sich bundesweit beobachten. Die Polizei habe reagiert, indem etwa nach Cottbus oder Doberlug-Kirchhain zusätzliche Bereitschaftspolizisten entsendet wurden. Schröter: „Diese Maßnahmen zeigen Wirkung.“

Diese Schatten auf der Statistik überdecken, dass die Polizei 2017 eigentlich eine sehr gute Arbeit geleistet hat. Die Kriminalität insgesamt ist um 5,8 Prozent gesunken. Erstmals konnten deutlich weniger als 180 000 Straftaten registriert werden. Die Aufklärungsquote ist auf 55,3 Prozent gestiegen – Bestwert in den vergangenen zehn Jahren.

Deutliche Verbesserungen konnten auch im Grenzgebiet erreicht werden. In Guben ist die Kriminalität um 25 Prozent, in Forst um 19 Prozent zurückgegangen – vor allem bei Einbruch und Diebstahl.