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| 10:30 Uhr

Schwerpunkt Cottbus
Mehr rechte Aufmärsche

Polizisten schirmen am 15.02.2016 in Cottbus (Brandenburg) eine NPD Demonstration anlässlich der Bombardierung der Stadt während des zweiten Weltkriegs ab.
Polizisten schirmen am 15.02.2016 in Cottbus (Brandenburg) eine NPD Demonstration anlässlich der Bombardierung der Stadt während des zweiten Weltkriegs ab. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Potsdam. Nach dem großen Zustrom von Flüchtlingen im Herbst 2015 war die Zahl der rechten Kundgebungen im vergangenen Jahr langsam zurückgegangen. Doch die rechte Szene ist nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Statistik des Innenministeriums zeigt. dpa

Die Zahl rechtsextremer Demonstrationen und Kundgebungen ist im Verlauf dieses Jahres in Brandenburg wieder gestiegen. Waren es im ersten Quartal noch 12 dieser Veranstaltungen, stieg die Zahl im zweiten Quartal auf 31 und im dritten auf 44, wie das Innenministerium auf eine parlamentarische Anfrage der Linke-Fraktion mitteilte. Ein Schwerpunkt war zwischen Juli und September Cottbus mit acht rechten Demonstrationen und bis zu 500 Teilnehmern. Im Oktober kamen noch zwei unangemeldete Aufmärsche hinzu. Die rechten Aktionen richteten sich zumeist gegen die Zuwanderung von Flüchtlingen.

Außerdem gab es dieses Jahr bereits sechs Konzerte von rechtsgerichteten Gruppen, zwei weitere wurden von der Polizei unterbunden. Im ganzen vergangenen Jahr wurden zwei rechte Konzerte durchgeführt, vier weitere wurden von der Polizei verhindert.

«Der Trend, dass im Raum Cottbus die Zahl der rechtsextremen Aktivitäten steigt, hält weiter an», sagte die Linke-Abgeordnete Andrea Johlige zu der jüngsten Statistik. Besorgniserregend sei dort auch die vergleichsweise hohe Zahl von Teilnehmern an den rechten Aktionen. «Das spricht für eine feste rechte Szene im Cottbuser Raum.»

Bürger, Politik und Verwaltung sollten dieser Entwicklung starke Signale entgegensetzen, sagte Johlige. «Die rechte Szene ist nach wie vor sehr aktiv, was auch die Konzertveranstaltungen zeigen.»