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Mehr Platz für "Schönheitschirurgen"

In dreieinhalb Jahren Bauzeit entstand auf dem Gelände des ehemaligen Theaters das neue Wissenschafts- und Restaurierungszentrum.
In dreieinhalb Jahren Bauzeit entstand auf dem Gelände des ehemaligen Theaters das neue Wissenschafts- und Restaurierungszentrum. FOTO: dpa
Potsdam. Gemälde, Akten, wertvolle Textilien, aber auch historische Negative: Im neuen Potsdamer Wissenschafts- und Restaurierungszentrum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist nun ausreichend Platz für sie. Der neu errichtete Gebäudekomplex auf dem Gelände des ehemaligen Hans Otto Theaters mitten in der Stadt vereint bislang verstreute Werkstätten und Sammlungsräume. dpa/roe

Das Gemälde die "Venus im Pelz" eines flämischen Künstlers Mitte des 17. Jahrhunderts ist eines der ersten Kunstwerke, die restauriert werden. 70 Jahre lang war das Bild verschollen und kam erst im Vorjahr wieder in den Besitz der Stiftung. Bevor es gezeigt werden kann, ist eine umfangreiche Schönheitskur erforderlich.

Finanziert wurde das Vorhaben aus dem Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten. Von 2008 bis 2017 stellten der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg insgesamt 155 Millionen Euro bereit. Mit dem Geld sollen bedeutende Denkmäler der Berliner und Potsdamer Schlösserlandschaft vor dem Verfall gerettet werden, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) betonte. Auch die Situation in den Depots und Arbeitsstätten solle verbessert werden.

Derzeit werde über die Fortführung des Programms bis 2030 verhandelt, erklärte Grütters. Der Bund wolle 200 Millionen Euro beisteuern. "Vorausgesetzt, Berlin und Brandenburg geben zusammen die gleiche Summe dazu", sagte sie. Für die Wissenschaftler und Restauratoren der Stiftung entstanden in dreieinhalb Jahren Bauzeit Räume auf 10 000 Quadratmetern. Das Domizil kostete 31 Millionen Euro.

Der Gebäudekomplex lehnt sich an die einstigen historischen Gewächshäuser nahe am Park Sanssouci an. Entworfen wurde das Ensemble von Architekt Volker Staab.

Neben den Restaurierungswerkstätten für Gemälde, Textilien oder Papier ist auch Platz für ein naturwissenschaftliches Büro. Zudem gibt es Räume für die Fotothek, unter anderem mit etwa 20 000 Glasplattennegativen und 50 000 Kleinbild-Dias. Einen reichen Fundus für die Wissenschaft bietet auch das umfangreiche Archiv der Königlichen Porzellanmanufaktur.