Rund 360 Mitarbeiter sind beim Staatstheater und im brandenburgischen Landesmuseum beschäftigt. Seit zehn Jahren werden sie nach einem Haustarifvertrag bezahlt, der sie deutlich schlechter stellt als Kollegen an anderen Häusern. Zum Jahresende läuft dieser Haustarif aus.

Der Deutsche Orchesterverband vertritt die Interessen der künstlerischen Beschäftigten am Theater. DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens sagt: „Wir haben Gespräche mit allen Sparten geführt und eine Einigung gefunden, die das künstlerische Personal betrifft.“ Demnach verzichten Schauspieler, Musiker und Sänger noch zwölf weitere Monate auf rund drei Prozent gegenüber dem Flächentarif. Dafür bekommen sie einen Freizeitausgleich. Auf betriebsbedingte Kündigungen wird längerfristig verzichtet.

Risiko des Personalabbaus abgewendet

Jörg Löwer, Präsident der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger, ergänzt: „Unseren Mitgliedern ist die klare Perspektive auf eine Rückkehr in den Flächentarif wichtig. Wäre der Übergang allerdings schon jetzt vollzogen worden, hätte das Risiko eines Personalabbaus bestanden.“

Cottbus

Noch habe der Arbeitgeber – die Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus–Frankfurt (Oder) – das Tarifangebot nicht unterschrieben. „Aber wir sind zuversichtlich“ sagt DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens.

Land und Stiftung halten sich bedeckt

Die Gewerkschaft Verdi vertritt die technischen Angestellten des Hauses: Bühnenarbeiter, Kassierer, Beleuchter. Für sie hat Gewerkschaftssekretär Hikmat El-Hammouri die Verhandlungen geführt, die im Oktober ohne Ergebnis abgebrochen wurden. Jetzt, so sagt El-Hammouri, rutschen die Mitarbeiter zum Jahreswechsel automatisch in den Flächentarifvertrag.

Das Kulturministerium wie auch die Kulturstiftung wollen sich erst äußern, wenn alle Verträge unterschrieben sind.

Werden alle 360 Mitarbeiter von Landesmuseum und Staatstheater nach Flächentarif bezahlt, kommen auf die Kulturstiftung Mehrkosten von jährlich rund einer Million Euro zu. In diesem Jahr wurden der Stiftung knapp 25 Millionen Euro an Zuwendungen bereitgestellt.