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Mehr Diebstähle und Gewalt in Berlin

Polizeipräsident Klaus Kandt (r.) erläutert die Berliner Kriminalstatistik 2016. Neben ihm Stephan Harnau vom Analysezentrum des LKA.
Polizeipräsident Klaus Kandt (r.) erläutert die Berliner Kriminalstatistik 2016. Neben ihm Stephan Harnau vom Analysezentrum des LKA. FOTO: dpa
Berlin. Die Zahl der angezeigten Diebstähle hat in Berlin erneut zugenommen. Auch bei den regis trierten Gewalttaten gab es im vergangenen Jahr eine Zunahme, die sich allerdings in dem Bereich der üblichen Schwankung abspielt. Andreas Rabenstein /

Insgesamt sank die Zahl der registrierten Straftaten leicht auf 568 860, obwohl Berlin gleichzeitig wuchs. Das ging aus der Kriminalstatistik der Polizei hervor, die am Montag präsentiert wurde. Die meisten Taten waren wie in früheren Jahren Taschendiebstähle, Ladendiebstähle und Diebstähle von und aus Autos.

Die Raubüberfälle wurden weniger, die Körperverletzungen etwas mehr. Die Aufklärungsquote der Polizei sank auf einen erneuten Tiefstand von 42 Prozent. Im Jahr 2007 lag sie noch bei 50 Prozent. Das hängt stark mit den vielen Taschen- und Fahrraddiebstählen zusammen, die ganz selten aufgeklärt werden und die Statistik entsprechend verändern.

Unter den knapp 136 000 erfassten Verdächtigen stellten die Flüchtlinge mit rund 9600 einen auffällig großen Anteil. Das hing zum einen damit zusammen, dass der Großteil der Flüchtlinge junge Männer sind, die grundsätzlich statistisch gesehen krimineller sind als andere Gruppen. Und dass es viele Gewaltdelikte, also Angriffe und Schlägereien, gab, die sich in den Flüchtlingsheimen zwischen den Bewohnern abspielten.

Die Zahlen der Kriminalstatistik geben immer nur den Bereich der offiziell gezählten Taten wieder. Gleichzeitig gibt es ein riesiges Dunkelfeld. Viele Delikte werden von den Opfern nicht angezeigt oder fallen gar nicht erst auf.