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| 02:34 Uhr

Mehr Breitband für Brandenburg

FOTO: Photographer: Silvano Rebai (44279808)
Vetschau. Inzwischen sind 50 Prozent aller brandenburgischen Haushalte mit schnellen Internetanschlüssen versorgt. Die Landesregierung feiert dies als Erfolg. Der Ausbau soll weitergehen. Die grüne Opposition aber meint: Brandenburg ist nicht mal Mittelmaß. Daniel Preikschat

Es ist der 1919. aufgerüstete Verteilerkasten: Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Albrecht Gerber (SPD) und Ulrich Nitschke, verantwortlich für Breitband-Ausbau bei der Deutschen Telekom, haben ihn im Vetschauer Ortsteil Bolschwitz am Freitag symbolisch in Betrieb genommen. Damit sei das vor zwei Jahren begonnene Konzept umgesetzt worden, sagte der Minister. Nun seien 50 Prozent aller Haushalte im Land mit schnellem Internet bis zu 60 Megabit pro Sekunde versorgt. Brandenburg sichere sich so in Ostdeutschland einen Spitzenplatz. Das 100 Millionen-Euro-Projekt habe die EU mit 55 Millionen Euro gefördert. Dabei wurden fast 2900 Kilometer Glasfaserkabel verlegt, ergänzte Nitschke. Bis Ende 2017 sollen in Brandenburg drei Viertel aller Haushalte Anschlussmöglichkeit ans schelle Internet bekommen, kündigte Gerber an. Das Ziel des Bundes, bis Ende 2018 alle Haushalte zu versorgen, hält der Minister aber für unrealistisch.

OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) wies auf das fehlende Glasfasernetz im Spreewald hin, das zu einem modernen Tourismusangebot jedoch dazugehöre.

Nach Angaben Ulrich Nitschkes erschweren im Spreewald Besiedlungsstruktur und Naturschutzauflagen den Ausbau. Dennoch soll bis Ende 2017 auch hier Glasfaser verlegt werden.

Heide Schinowsky, Fraktionssprecherin der Grünen im Landtag, bescheinigt Brandenburg beim Breitbandausbau "noch nicht einmal Mittelmaß". Im Bundesvergleich stehe man derzeit nur an zehnter Stelle.