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| 07:05 Uhr

Mehr ausländische Ärzte in Brandenburg

Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv
Potsdam (dpa/bb). In Brandenburg gibt es zwar mehr Mediziner, aber sie sind nicht überall im Land gleich verteilt. Besonders gestiegen ist die Zahl der ausländischen Ärzte. Manfred Rey, dpa/sm

Die Zahl der ausländischen Mediziner ist in Brandenburg 2016 um 10,8 Prozent gestiegen. Ende des vergangenen Jahres gab es 1212 ausländische Ärzte, wie die Landesärztekammer mitteilte. 1017 von ihnen versorgten Patienten im Krankenhaus, 124 arbeiteten ambulant. Die meisten kamen - wie schon in den vergangenen Jahren - aus Polen, Rumänien, Bulgarien und Russland.

Die Zahl aller Ärzte in der Mark ist im vergangenen Jahr daher leicht gestiegen. Doch etliche Regionen sind nach wie vor von Unterversorgung bedroht. Nach Angaben der Landesärztekammer gab es Ende 2016 insgesamt 9692 berufstätige Mediziner. Das waren 205 Ärzte (2,2 Prozent) mehr als zwölf Monate zuvor. 3838 Mediziner in Brandenburg waren ambulant tätig, 2,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl ihrer stationär arbeitenden Berufskollegen nahm um 2,2 Prozent auf 5242 zu.

Trotzdem droht nach Untersuchungen des Landesausschusses von Ärzten und Krankenkassen in 35 statt zuvor in 33 von insgesamt 46 Regionen eine Unterversorgung (Stand November 2016). Diese wird prognostiziert, wenn angenommen wird, dass sich die Bevölkerung in einer Region stärker als die Zahl der Ärzte entwickelt - oder die heute 60-jährigen Mediziner keine Nachfolger für ihre Praxen finden. Der Landesausschuss prüft dann, ob in absehbarer Zeit Ärzte fehlen.

Probleme in Guben und Lübben

Der größte Mangel droht demnach noch immer bei den Allgemeinmedizinern. Zu den Orten, in denen eine hausärztliche Unterversorgung eintreten könnte, zählen Städte wie Eberswalde (Barnim), Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde (beide Oder-Spree), Rathenow (Havelland) und Schwedt/Oder (Uckermark).

In sieben Städten, darunter Guben (Spree-Neiße), Prenzlau (Uckermark) und Lübben (Spreewald) werden Engpässe bei Augenärzten befürchtet. In mehreren Orten könnten wegen Überalterung der Mediziner oder Praxisschließungen in absehbarer Zeit auch Kinder- und Frauenärzte sowie Fachärzte für Haut- und Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen fehlen.

Augenarztmangel in Lauchhammer-Schwarzheide

Schon jetzt gibt es in Templin (Uckermark) einen akuten Mangel an HNO-Ärzten, in Lauchhammer-Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) fehlen unverändert Augenärzte.

Um die Ansiedlung von Vertragsärzten in ländlichen Regionen zu fördern, unterstützt der Landesausschuss neue Praxen mit Zuschüssen von bis zu 50 000 Euro. Seit 2006 wurden damit lauf Kassenärztlicher Vereinigung in Brandenburg 45 Praxen gefördert.

Webseite der Landesärztekammer