ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:45 Uhr

Mehdorn soll Desaster um Berliner Hauptflughafen lösen

Klagte noch gegen den BER auf Schadenersatz: Ex-Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn.
Klagte noch gegen den BER auf Schadenersatz: Ex-Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn. FOTO: dpa
Berlin. Als wenig ernst gemeinte Spekulation kursierte das schon länger: Nur Mehdorn kann den neuen Berliner Flughafen noch retten. Jetzt ist es wirklich so gekommen: Der langjährige Bahnchef wird Flughafen-Geschäftsführer. Ein überraschendes Comeback. dpa/boc

Hartmut Mehdorn, früherer Chef von Deutscher Bahn und Air Berlin, soll das Desaster um den neuen Berliner Hauptstadtflughafen lösen. Der 70 Jahre alte Topmanager wird neuer Geschäftsführer der Flughafengesellschaft. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) teilte am Freitag mit, dass Mehdorn den vakanten Posten übernimmt.

Der damalige Flughafenchef Rainer Schwarz war Mitte Januar entlassen worden. Kurz zuvor war die Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg wegen schwerer Planungs- und Baumängel auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Nach Aussagen von Technikchef Horst Amann wird der neue Airport frühestens im Herbst 2014 in Betrieb gehen.

Flughafen-Aufsichtsratschef Matthias Platzeck wollte sich am Mittag zu der Entscheidung für Mehdorn äußern. Mehdorn hatte erst im Januar nach 16 Monaten Amtszeit die Führung bei der Fluggesellschaft Air Berlin abgegeben. Zuletzt hatte er aber noch einen Sitz im Verwaltungsrat des Unternehmens. Air Berlin befindet sich wegen der verschobenen Eröffnung in einem Rechtsstreit um Schadenersatz mit der Flughafengesellschaft.

Ramsauer sagte, Mehdorn besitze „hervorragende Managementfähigkeiten sowie ein Höchstmaß an wirtschaftlicher und technischer Kompetenz“, sagte Ramsauer. „Jetzt muss es darum gehen, dass Hartmut Mehdorn und Horst Amann gemeinsam mit Hochdruck die gewaltigen Probleme auf der Baustelle lösen.“ Sie müssten weiteren finanziellen Schaden vom Unternehmen abwenden und die Mitarbeiter der Flughafengesellschaft neu motivieren. Berlin und Brandenburg halten je 37 Prozent an dem Flughafenbetreiber, der Bund 26 Prozent.

Auf der Suche nach einem neuen Flughafenchef hatte der frühere Frankfurter Flughafen-Geschäftsführer Wilhelm Bender abgesagt. Nach Querelen im Kreis der Gesellschafter wollte er auch nicht mehr Berater für die Flughafen-Geschäftsführung werden.