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| 07:51 Uhr

Rund 5000 Kilometer in Brandenburg und Sachsen
Mautpflicht gilt ab Sonntag auch auf Bundesstraßen

Eine Kontrollstelle zur Erfassung der Maut für LKW steht an der Bundesstraße 87 zwischen Frankfurt (Oder) und Müllrose. Auf deutschen Bundesautobahnen gilt Mautpflicht für Lastwagen schon länger. Jetzt müssen Schwergewichte von über 7,5 Tonnen auch zahlen, wenn sie auf Bundesstraßen unterwegs sind
Eine Kontrollstelle zur Erfassung der Maut für LKW steht an der Bundesstraße 87 zwischen Frankfurt (Oder) und Müllrose. Auf deutschen Bundesautobahnen gilt Mautpflicht für Lastwagen schon länger. Jetzt müssen Schwergewichte von über 7,5 Tonnen auch zahlen, wenn sie auf Bundesstraßen unterwegs sind FOTO: dpa / Patrick Pleul
Potsdam. Auf deutschen Bundesautobahnen gilt Mautpflicht für Lastwagen schon länger. Spediteure müssen ab Sonntag für Schwergewichte von über 7,5 Tonnen auch auf allen Bundesstraßen Lkw-Maut bezahlen. In Sachsen und Brandenburg umfasst das Bundesstraßennetz rund 5000 Kilometer.

Nach den Bundesautobahnen jetzt auch die Bundesstraßen: Knapp 60 Kontrollsäulen an Brandenburger Bundesstraßen erheben ab Sonntag die Maut für Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen. Ausgewählt wurden Abschnitte, die von vielen mautpflichtigen Lastwagen befahren werden, sagte eine Sprecherin der Toll Collect GmbH, die im Auftrag des Bundes die Säulen betreibt. Das Bundesamt für Güterverkehr hatte die Standorte vorgegeben.

Die Speditionsbranche befürchtet nun erhöhte Belastungen durch zusätzlich anfallende Kosten. Die Brandenburger Kommunen hoffen dagegen auf ein Stopp für „Mautflüchtlinge“, die bislang auf Bundesstraßen auswichen, um Geld zu sparen.

In Brandenburg gibt es nach Angaben des Infrastrukturministeriums 2750 Kilometer Bundesstraßen. Die Bundesautobahnen nehmen eine Strecke von 800 Kilometer ein. Dazu kommen 5700 Kilometer Landesstraßen. In Sachsen besitzt Netz der Bundesstraßen besitzt eine Länge von rund 2420 Kilometern.

Bundesweit wird die Lkw-Maut ab 1. Juli auf 40 000 Kilometer Bundesstraßen ausgeweitet.

Der Brandenburger Städte- und Gemeindebund erwartet durch die Maut für Bundesautobahnen und -fernstraßen eine verlässlichere Finanzierungsgrundlage für Erhalt und Ausbau der Infrastruktur. „Leider kommt dies nur einem kleinen Teil des Gesamtstraßennetzes zugute“, sagt Jens Graf, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes. In Brandenburg werden zum Beispiel nur 14,3 Prozent des Gesamtstraßennetzes erfasst. Für den übergroßen Anteil, insbesondere in kommunaler Hand, gebe es demnach keine Verbesserung. Dafür wäre die Ausweitung der Lkw-Maut auf das gesamte Straßennetz erforderlich.

Die Säulen zur Erfassung der Maut stehen beispielsweise in Brandenburg an der B2 in Ahrensfelde (Barnim) in Höhe des Gewerbegebietes Lindenberg, an der B102 in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) an der Jüterboger Straße oder an der B273 in Potsdam zwischen Bornim und Anglersiedlung. Betroffen sind auch Bundesstraßen, die durch Ortschaften führen.

Die regionale Ausweitung der Maut auch auf Bundesstraßen könne sich auf die Fracht- und Verbraucherpreise auswirken, kritisierte der Deutsche Speditions- und Logistikverband.

Mit der Erhöhung der Mautsätze zu Beginn kommenden Jahres gebe es weitere massive Kostensteigerungen. Das werde die Belastungen für den Straßengüterverkehr in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um mehr als drei Milliarden Euro erhöhen. Unternehmer sollten jetzt mit ihren Kunden verhandeln, hieß es. Der Verband vertritt 16 Landesverbände mit 3000 Unternehmen und mehr als 550 000 Beschäftigten.

Die Kontrollsäulen stehen seitlich am Straßenrand. Beim Vorbeifahren erkennen sie, ob die Fahrzeuge mautpflichtig sind. Das Gerät im Lkw sendet die eingespeicherten Daten. Die Mauterhebung erfolgt auf zwei Wegen: über die eingebaute On-Board-Unit oder die manuelle Bezahlung an 1100 Mautstellen-Terminals an großen Tankstellen, Autohöfen oder Autobahnraststätten.