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| 13:43 Uhr

Erstaufnahme Eisenhüttenstadt
Großrazzia nach Massenschlägerei und Angriffe auf Beamte

FOTO: Frank Hilbert
Eisenhüttenstadt. Auf eine Massenschlägerei in der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) mit mehreren Verletzten und Angriffen auf Beamte hat die Polizei am Dienstag mit einer Großrazzia reagiert. Insgesamt nahmen Beamte bei einer Durchsuchung 55 Gegenstände mit, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Von Hannelore Grogorick

Die Polizei hat am Montagabend über mehrere Stunden ein Wohngebäude und drei Wohncontainer auf dem Gelände durchsucht. Wie die „Märkische Oderzeitung“ am Dienstag berichtet, waren die Durchsuchungen auf dem Gelände der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt eine erste Reaktion auf die Massenschlägerei am Sonntag, bei der sich Flüchtlinge untereinander angegriffen haben und fünf Männer verletzt worden waren. Vier davon kommen aus Georgien, der fünfte aus dem Sudan. Auch Polizisten wurden angegriffen.

Das war schon ein sehr schwerwiegender Vorfall“, sagt Ingo Decker, Pressesprecher des Landes-Innenministeriums, zu der mehrstündigen Massenschlägerei in der Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt. „Konflikte sind dort sicherlich nicht selten, aber das war nicht ohne.“ Dem Innenministerium liegen Fotos der Nacht vor, auf denen nicht nur die Streitenden zu sehen sind, sondern auch zerschlagene Fenster und unter anderem ein aus dem Haus geworfener Kühlschrank.

Zunächst soll ein 29 Jahre alter Mann aus Georgien einen 18-Jährigen aus dem Sudan angegriffen und verletzt haben. Worum es bei dem Streit ging, sei unklar, sagte eine Polizeisprecherin.

In der Folge attackierten den Angaben zufolge etwa 20 weitere Bewohner den mutmaßlichen Angreifer und weitere seiner Landsleute. Als die Polizei eintraf, seien Bewohner auch auf Beamte losgegangen. Verletzt wurde von diesen aber niemand, wie es weiter hieß. Bei den Festgenommenen handele es sich um acht Männer aus dem Sudan, Tschad und Kenia im Alter zwischen 18 und 28 Jahren.

Die Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs und Körperverletzung. Bei Landfriedensbruch handelt es sich um Angriffe, die aus Gruppen heraus passieren und die öffentliche Sicherheit gefährden.

Acht Männer aus dem Sudan, Tschad und Kenia wurden am Sonntag festgenommen. Auch am Dienstag war das laut Polizei der aktuelle Stand. Die Ermittlungen laufen wegen Körperverletzung und schweren Landfriedensbruchs. Das sind Angriffe aus größeren Gruppen heraus, die die öffentliche Sicherheit gefährden.

In der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt bleiben Asylbewerber nur vorübergehend. Danach werden sie auf Landkreise und Kommunen verteilt.