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| 18:15 Uhr

Marketingpreise auf der Grünen Woche in Berlin vergeben
Neue Ideen bekommen einen zusätzlichen Schub

 Geehrt für die Rettung einer fast verlorenen Frucht: Cathrin Kluge, Geschäftsführerin von Mea Rosa in Schenkendöbern.
Geehrt für die Rettung einer fast verlorenen Frucht: Cathrin Kluge, Geschäftsführerin von Mea Rosa in Schenkendöbern. FOTO: LR / Frank Claus
Berlin. Zum 20. Mal hat der Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin pro agro am Freitag auf der Grüne Woche die Marketingpreise verliehen. Der Süden Brandenburgs holt mehrere Preise. Von Frank Claus

Der Süden Brandenburgs hat am Freitag bei der inzwischen 20. Preisverleihung auf der Grünen Woche abgeräumt. Insgesamt fünf Mal durften Vertreter von Unternehmen und Initiativen auf die Bühne.

In der Kategorie Ernährungswirtschaft geht der erste Preis an das Unternehmen Mea Rosa aus Groß Gastroße in der Gemeinde Schenkendöbern für die Marmelade „Gubener Spilling“. Einen ersten Preis gibt es auch für die Onlineplattform „Soreegio“ aus Elbe-Elster in der Kategorie Direktvermarktung. Platz drei geht an das Rotbier „Brandenburger Milan“ des Vereins zur Förderung der Brandenburger Klein- und Gasthausbrauereien, in dem das Finsterwalder Brauhaus zu den aktivsten Mitgliedern zählt. Gleich zwei zweite Plätze gibt es in der Kategorie Land- und Naturtourismus für die Eröffnung der Live-Produktion in der Confiserie Felicitas in Hornow und für den Tourismusverband Elbe-Elster. Der hat nach dem mehrfach gekürten Luther-Pass im Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation nachgelegt, einen Kulturschatz-Sucher aufgelegt und zugleich den E-Bike-Verleih auf eine qualitativ neue Stufe gehoben.

Aus allen Landkreisen Brandenburgs seien für den diesjährigen Jubiläumspreis Bewerbungen eingegangen. 44 Unternehmen und Initiativen aus den Kategorien Ernährungswirtschaft (24), Direktvermarktung (zwölf) sowie Land- und Naturtourismus (acht) seien von einer Fachjury begutachtet und bewertet worden.

Jährlich etwa 40 Bewerbungen

„Brandenburg ist in diesem Bereich Innovationsland“, sagt die pro-agro-Vorstandvorsitzende Hanka Mittelstädt. Geschäftsführer Kai Rückewold fügt an: „Noch vor wenigen Jahren haben wir meist etwas mehr als zehn Bewerbungen gehabt, jetzt immer um die 40.“ Also kein Wettbewerb, bei dem Preise mit der Gießkanne verteilt werden und jeder mal drankommt? „Auf keinen Fall“, wehrt die Vorstandsvorsitzende ab. „Uns kommt es auf kreative, neue Ideen an“, die auf diesem Weg gewürdigt werden sollen. „Es ist ein Marketingpreis. Wir wollen helfen, die Produkte und Initiativen bekannter zu machen“, sagt sie.

 Abgeräumt: Den zweiten Platz in der Kategorie Land- und Naturtourismus holte der Tourismusverband Elbe-Elster für Kulturschatzsucher. Der erste Platz in der Kategorie Direktvermarktung ging an die Soreegio Onlinevermarktung. Das freut (v. l.): Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Susanne Dobs, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Elster und Andreas Richter von Soreegio.
Abgeräumt: Den zweiten Platz in der Kategorie Land- und Naturtourismus holte der Tourismusverband Elbe-Elster für Kulturschatzsucher. Der erste Platz in der Kategorie Direktvermarktung ging an die Soreegio Onlinevermarktung. Das freut (v. l.): Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Susanne Dobs, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Elster und Andreas Richter von Soreegio. FOTO: LR / Frank Claus

Cathrin Kluge ist die Geschäftsführerin von Mea Rosa in Schenkendöbern. „Ich freue mich über den ersten Platz“, sagt sie. Damit gelinge es, die Verarbeitungsmöglichkeiten einer fast vergessenen Frucht wieder bekannt zu machen. Schließlich sei der Duft von Spillingen, eine Pflaumenart, über die Jahre fast verloren gegangen.

Andreas Richter, der in Finsterwalde eine Onlinevermarktung für in der Region erzeugte Produkte aufgelegt hat, ist froh über die nun wiederum erweiterte öffentliche Wahrnehmung. „Regelmäßig buchen etwa 100 Kunden bei uns, darunter namhafte Betriebe, die für ihre Mitarbeiter zum Beispiel täglich frisches Obst und Gemüse an die Arbeitsplätze kommen lassen. „Wir hören von den Beschäftigten, dass das super ankommt.“

Gemeinsam stärker

Goedele Matthysen, Geschäftsführerin der Confiserie Felicitas in Hornow, hält es mit dem Spruch „Klappern gehört zum Handwerk“. Da sei der Preis ein gutes Mittel, um vor allem Einwohner aus dem Berliner Raum auf die vielen Reize im Umland aufmerksam zu machen. „Und glauben Sie mir, die Lausitz und Hornow haben einiges zu bieten.“ Mit der Live-Produktion soll es einen weiteren Magnet geben. Gleich nach der Prämierung hat sie mit Susanne Dobs vom Tourismusverband Elbe-Elster die Köpfe zusammengesteckt. „Wie wäre es, wenn wir was Gemeinsames machen?“ Elbe-Elster hat mit dem Kulturschatz-Sucher quasi das Lutherjahr verlängert und lockt Gäste zu besonderen Sehenswürdigkeiten. Dabei werden Kinder mit einem Kartenspiel ganz speziell angesprochen. Luther-Pass, Kulturschatz-Sucher und der neue E-Bike-Verleih auch für große Gruppen hätten im zurückliegenden Jahr die Übernachtungszahl beträchtlich steigern können.

Hilfe für den Milan

Aufmerksamkeit, das ist es auch, wonach Brandenburgs Kleinbrauereien suchen. „Mit dem Rotbier ,Roter Milan’ ist uns das gelungen“, sagt der Vorsitzende und Braumeister aus dem Forsthaus Templin, Jörg Kirchhoff. 1200 Flaschen seinen abgefüllt worden, 3500 Euro an den Landschaftspflegeverband Ueckermark-Schorfheide übergeben worden. Damit sollen spezielle Flächen für den in Not geratenen roten Milan geschaffen werden. „Wir legen nach und brauen am 23. April noch einmal extra für diesen gemeinnützigen Zweck.“