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| 19:45 Uhr

Post aus Potsdam
Manches ist schlicht unplanbar

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Im Journalismus lassen sich manche Dinge einfach nicht planen. In der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auch nicht. Spüren mussten das in dieser Woche die Brandenburger Linken. Es war alles so perfekt organisiert.

Vor dem Eingang zum Neuen Garten, dem Schlosspark von Cecilienhof, wollte man die Volksinitiative gegen die Hohenzollern-Entschädigungen starten. Mikrofone waren aufgebaut, die Presse war da, die Spitzenkandidaten hielten Reden.

Und plötzlich kam ein Fahrzeug der Feldjäger um die Ecke, gefolgt von vier Marschgruppen Soldaten. Gut 150 Mann, die sich an einem Gedenkmarsch für die im Auslandseinsatz gefallenen deutschen Soldaten beteiligten.

Bei den Linken herrschte Konfusion. Spitzenkandidat Sebastian Walter hielt sich einen Aktendeckel vors Gesicht, Diana Golze und Kathrin Dannenberg mussten spontan lachen. Schließlich ist die Ablehnung alles Militärischen eine der Grundmaximen der Brandenburger Linken. „Die gehen jetzt Cecilienhof besetzen“, sagte ein Kollege. Doch das war nicht der Fall.

Der Gedenkmarsch war sogar eine ausgesprochen ehrenvolle Angelegenheit, organisiert vom Reservistenverband Deutschlands. Für jeden der 111 im Auslandseinsatz ums Leben gekommenen Soldaten marschierten die 150 Teilnehmer einen Kilometer, von Lehnin bis zum Bundesverteidigungsministerium in Berlin.

Bei den Linken kamen die Soldaten eher zufällig vorbei. Aber im Journalismus und in der Öffentlichkeitsarbeit sind manche Dinge eben einfach nicht planbar. Und so kommt es dann eben ganz zufällig zuweilen zu einem irren Zusammentreffen der bizarren Art.

politik@lr-online.de