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| 15:04 Uhr

Post aus Potsdam
Mal wieder ganz volkstümlich

 Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Wer in Brandenburg Matthias Platzeck begegnete, konnte sich einer Sache immer sicher sein: Er wurde umarmt, geduzt und geherzt. Denn ein Ministerpräsident in Brandenburg muss vor allem eines sein: Volkstümlich. Von Benjamin Lassiwe

Das ist eines der ungeschriebenen Gesetze des Landes. Und das gilt auch für Dietmar Woidke. Der Mann aus Forst kann es besonders mit Uniformierten. Feuerwehrleute und Polizeibeamte liegen ihm am Herzen, ein Erbe aus seiner Zeit als Innenminister.

Doch auch am letzten Wochenende zeigte sich Woidke volkstümlich. Da war er zu Gast beim Landesanglerverband. Und sein alter Weggefährte Günther Baaske wurde zum neuen Präsidenten der Organisation gewählt. Da kann man auch als Ministerpräsident einmal so richtig zeigen, dass man ein Mann aus dem Volke ist. Was Woidke machte? Nein, er ging nicht zum nächsten See und warf die Angel aus. Er unterzeichnete die Volksinitiative der Landnutzerverbände zur Rettung der Bienen, wie ein Foto auf der Website der Volksinitiative beweist. Denn schließlich ist ja auch der Landesanglerverband eine der Trägerorganisationen der Volksinitiative.

Und ganz ohne Frage: Woidke ist ja Brandenburger. Da kann er natürlich auch eine Volksinitiative unterzeichnen. Doch rein ordnungspolitisch gesehen, dürfte das in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik Deutschland trotzdem eine ziemlich einmalige Angelegenheit gewesen sein: Denn eine Volksinitiative ist ja schließlich dafür da, ein Anliegen von unten an das Regierungslager heranzutragen. Dass der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, der einfach nur eine Kabinettsvorlage erarbeiten müsste, um die Anliegen der Initiative umzusetzen, da dann selbst unterschreibt, ist dagegen wohl eher nicht im Sinne des Erfinders. Aber manchmal müssen eben auch Spitzenpolitiker volkstümlich sein.