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| 18:50 Uhr

Lange unterwegs
Märkischer Friedenstreck in Russland angekommen

Mehr als 2000 Kilometer ist der vom Brücker Reit- und Fahrverein und der Evangelischen Kirchengemeinde gestartete Planwagentreck unterwegs. Das Foto entstand bei der Begrüßung in Lettland.
Mehr als 2000 Kilometer ist der vom Brücker Reit- und Fahrverein und der Evangelischen Kirchengemeinde gestartete Planwagentreck unterwegs. Das Foto entstand bei der Begrüßung in Lettland. FOTO: Kirche Brück/Manfred Kahl
Potsdam/Nowgorod. Die „Titanen on Tour“ aus Brandenburg sollen am Freitag in Nowgorod einfahren. Von Benjamin Lassiwe

Die Hufe der Pferde klappern und die Planwagen rollen weiter Richtung Nowgorod. Mehr als 2000 Kilometer ist der vom Brücker Reit- und Fahrverein und der Evangelischen Kirchengemeinde gestartete Planwagentreck mittlerweile unterwegs, und die russische Grenze ist nun zum zweiten Mal passiert: Voraussichtlich am Freitag werden die „Titanen on Tour“ am Ziel ihrer Reise, im russischen Veliki Nowgorod, eintreffen. Am Montag waren die Brandenburger mit ihren Planwagen in Luga, im Schulungszentrum der russischen Zentralbank untergebracht. „Ich bin begeistert“, sagt einer der Initiatoren, der Brücker Pastor Helmut Kautz, der RUNDSCHAU am Telefon. „Es hat meine Erwartungen übertroffen.“

Egal, in welchem Land der Planwagentreck unterwegs war, seien die Menschen begeistert gewesen. An jedem Etappenort gab es eine Andacht, die mitgeführte Friedensglocke wurde geläutet und ein vom Brandenburger Bäcker Karl-Dietmar Plentz gebackenes Friedensbrot geteilt. „Als wir in Narwa über die russische Grenze gefahren sind, warteten dort schon die Fernsehteams auf uns“, sagt Kautz. „Wir gelten hier als offizielle deutsche Delegation, das Leningrader Gebiet hat sämtliche Kosten für unsere Gruppe übernommen.“

Im Baltikum dagegen sei eine gewisse Skepsis gegenüber Russland immer spürbar gewesen. „Für die Menschen dort waren die Russen eine Besatzungsmacht“, sagt Kautz. Um so wichtiger sei es vielen Menschen in Litauen, Lettland und Estland gewesen, gute Kontakte nach Deutschland zu pflegen. „Die Menschen dort sind überzeugte Europäer“, sagt Kautz. „Sie wissen, was sie der Europäischen Union verdanken und sind gerne mit uns zusammen.“

Auch die Pferde haben nach Auskunft von Kautz die Reise weitgehend gut überstanden. Nur ein einziges Tier, „Moritz“, musste unterwegs eingeschläfert werden. „Das Tier hatte eine Nierenkrankheit, die wir nicht kannten, als wir losgefahren sind“, sagt Kautz.

Generell würden die Tiere aber ständig untersucht: An jeder Landesgrenze käme ein Amtstierarzt, und unterwegs arbeitete der Treck mit einem litauischen Veterinär zusammen, der auf Distanzritte spezialisiert sei. „Die Pferde haben heute Muskeln bekommen, die man sich gar nicht vorstellen konnte, als wir in Deutschland losgezogen sind“, sagt Kautz.

Nun allerdings warteten alle auf das Ziel der Reise. „In Veliki Nowgorod werden wir dann in den historischen Kreml einfahren.“ Und die Friedensglocke aus Deutschland, und der Planwagen, mit dem sie mehr als 2000 Kilometer zurücklegte, sollen dann dort stehenbleiben – im Nationalheiligtum Russlands und als Geste des Friedens in Europa.