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Barmer Bericht
Brandenburgern brummt häufig der Schädel

Brandenburger leiden sehr häufig an Kopfschmerzen.
Brandenburger leiden sehr häufig an Kopfschmerzen. FOTO: Oliver Killig
Potsdam. Jeder zehnte Märker ist wegen Kopfschmerzen in ärztlicher Behandlung. Von Benjamin Lassiwe

Erst kribbelt es in den Händen, dann flimmert es vor den Augen, schließlich setzt der Kopfschmerz ein. Wer an Migräne leidet, hat besonders an Tagen wie gestern und heute, wo es einen rapiden Wetterumschwung gibt, nicht viel zu lachen. Und die Brandenburger sind scheinbar besonders davon betroffen: Wie die Landesgeschäftsführerin der Barmer Ersatzkasse, Gabriela Leyh, am Mittwoch vor Journalisten in Potsdam berichtet, sind die Märker überdurchschnittlich von Kopfschmerzen betroffen: Fast jeder zehnte Brandenburger ist deswegen in ärztlicher Behandlung.

Am meisten betroffen sind dabei laut der Barmer Ersatzkasse die Altersgruppe der 19-Jährigen: Bei ihnen wurde bei 13,8 Prozent der Männer und bei 19,7 Prozent der Frauen Kopfschmerzen diagnostiziert. Der Landesdurchschnitt liegt dagegen nur bei 9,43 Prozent. Wer dann noch in der Prignitz lebt, scheint in besonderer Gefahr zu sein, an Kopfschmerzen zu leiden: Den aus dem Jahr 2015 stammenden Daten der Barmer zufolge wurde bei 18,99 Prozent der 18 bis 25-jährigen Prignitzer Kopfschmerz diagnostiziert. In der Uckermark dagegen war das nur bei 11,6 Prozent derselben Altersgruppe der Fall, in Elbe-Elster bei 15 Prozent. Cottbus und die übrigen Lausitzer Landkreise liegen bei 13 bis 14 Prozent.

Ein Problem ist nach Angaben von Leyh auch die Verordnung von Migränemitteln. Obwohl Brandenburg bei der Zahl der Kopfschmerzdiagnosen pro Einwohner bundesweit nur auf dem sechsten Platz liegt, werden in der Mark die meisten Migränemittel verschrieben. Medikamente wie Sumatriptan oder Rizatriptan könnten aber bei ständiger Einnahme selbst zu Kopfschmerzen führen, warnt Gabriela Leyh. „Patienten sollten sich deswegen streng an die ärztlichen Vorgaben halten und Migränemittel nur über einen begrenzten Zeitraum einnehmen, da sonst ein Teufelskreislauf aus Tablettenkonsum und neuen Kopfschmerzen beginnen könnte.“

Weniger Probleme als die Brandenburger scheinen im Übrigen die Sachsen zu haben: Dort wurde lediglich bie 8,49 Prozent der Bevölkerung eine Kopfschmerzdiagnose gestellt. Damit liegt das Land bundesweit auf dem letzten Platz – und auch Migränemedikamente werden im südlichen Nachbarland deutlich weniger oft verschrieben als in Brandenburg.