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Luckenwalder lebte im Erdloch

Luckenwalde.. Zehn Jahre hat ein Mann unentdeckt in einem Erdloch an einer Deponie in Luckenwalde (Brandenburg) gelebt. Mit Feuerwerkskörpern machte er auf sich aufmerksam, bestätigte die Stadtverwaltung gestern. Polizeibeamte fanden den 51-Jährigen daraufhin bereits vor gut eineinhalb Wochen.


Besorgte Nachbarn hatten letztendlich die Polizei gerufen. "Er wollte richtig gefunden werden", sagte eine Sprecherin. Den Beamten erzählte der Mann, dass er schon seit zehn Jahren in dem Erdloch lebe. Der 51-Jährige hatte demnach auch die Winter in dieser provisorischen Behausung verbracht.
Den Angaben zufolge betreuen städtische Mitarbeiter den Aufgefundenen und unterstützen ihn bei seiner Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Der Mann bitte darum, dass keine weiteren Auskünfte zu seiner Person und zu seinem Leben veröffentlicht werden, hieß es aus der Stadtverwaltung. Der Mann war ohne festen Wohnsitz, zuvor aber in der Stadt gemeldet.
Er soll sich jahrelang unter anderem von weggeworfenem Essen ernährt und Kleider aus Textilcontainern getragen haben. Als eine Straße an der Deponie gebaut wurde, fühlte er sich durch den Verkehrslärm gestört. Die Straße führte zu einer Kiesgrube, erläuterte die Sprecherin. Täglich fuhren dort mehrere Laster entlang. (dpa/gb)