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LKA zu Grusel-Clowns: Das ist kein Spaß mehr!

In Görlitz verhaftet: ein betrunkener Clown.
In Görlitz verhaftet: ein betrunkener Clown. FOTO: Paul Zinken (dpa)
Dresden. Nachdem sich in den vergangenen Tagen vor allem in Ostsachsen Vorfälle mit sogenannten Horror-Clowns gehäuft haben, reagiert nun das Landeskriminalamt (LKA) mit einer Warnung an mögliche Nachahmer. bob

"Wir möchten Nachahmern dringend davon abraten, sich dem Trend anzuschließen, um in derartiger 'Verkleidung' arglose Passanten zu erschrecken", schreibt das LKA und verweist auf eine Reihe von Straftaten, denen ein solcher Überfall zugeordnet werden könne. "Soweit der Horror-Clown mit dem Erschrecken seinem Gegenüber bewusst ein körperliches Unwohlsein zufügt - und das dürfte ja zumeist der Fall sein - kann eine strafbare Handlung vorliegen und der Tatbestand der Körperverletzung erfüllt sein", so das BKA. Auch der Versuch sei bereits strafbar. "Das ist kein Spaß mehr!"

"Wenn ein maskierter Clown jemanden mit einer laufenden Kettensäge, einem Baseballschläger, mit einer Schreckschusspistole oder einem Messer hinterherläuft, kann ein Fall von Bedrohung oder Nötigung vorliegen", so das LKA weiter. Dafür könne schon eine Haftstrafe drohen.

"Springt ein Horror-Clown unvermittelt auf die Straße, um Autofahrer oder andere Verkehrsteilnehmer wie Fahrradfahrer zu erschrecken, kann schnell ein Unfall entstehen. Dieser gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr ist strafbar und kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden", warnt das LKA weiter. Hinzu könnten Schmerzensgeld- und Schadensersatzforderungen der Opfer kommen.

In den vergangenen vier Wochen sind der Polizei aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz sieben Clown-Attacken bekannt geworden, bei denen mit Clown-Gesichtern maskierte, unbekannte Personen arglose Passanten attackiert haben. Die Angriffe spielten sich in den Revierbereichen Bautzen und Hoyerswerda (je ein Fall), sowie Görlitz (3) und Weißwasser (2) ab. Am Dienstag gab es laut Angaben der Polizei in Görlitz keine neuen Fälle.

In Berlin kam es am Montag zu einem tragischen Zwischenfall. Ein 14-Jähriger hat einen Grusel-Clown erst mit einem Messer am Oberkörper verletzt. Der 16-Jährige im Krankenhaus notoperiert werden, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Erst nach der Verletzungen merkte der 14-Jährige, dass er den 16-Jährigen kennt, der ihn mit Maske und Hammer bedroht hatte.