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Leuchtende Perlschnur am Himmel

Ein Wolkenblitz.
Ein Wolkenblitz. FOTO: pixabay
Region. Der Deutsche Wetterdienst hat für Samstag Schauer und Gewitter in ganz Deutschland angekündigt. Vielleicht ist dann ja erneut ein Phänomen am Himmel zu sehen, wie beim ersten großen Frühlingsgewitter in diesem Jahr am Dienstag in Cottbus. Frank Hilbert

Unabhängig voneinander haben mehrere Personen einen eigenartigen Blitz beschrieben. Nach RUNDSCHAU-Recherchen dürfte es sich dabei mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Perlschnur-Blitz gehandelt haben. Diese Blitzart kommt laut Wetterexperten ebenso wie der Kugelblitz äußerst selten vor.

Er ist nicht durch einen zusammenhängenden Blitzkanal gekennzeichnet, sondern zerfällt in meist nur wenige Meter lange Segmente; wird auf wetter.net erklärt. Diese einzelnen Äste leuchten heller und meist auch etwas länger als ein gewöhnlicher Lichtblitz. Deshalb wird dieser Blitz vom Betrachter als perlenschnurartig wahrgenommen. In Cottbus waren die leuchtenden Perlen an den jeweiligen Teilstücken des Blitzes deutlich erkennbar. Der Perlschnur-Blitz ist vermutlich der Übergang vom Linienblitz oder Flächenblitz zum Kugelblitz.

Eigentlich hatte es in Cottbus gar nicht so häufig geblitzt, wie die RUNDSCHAU auf Nachfrage von Stephan Thern erfuhr. Er arbeitet bei Blids, dem Blitz-Informationsdienst von Siemens. Blids ortet nach eigenen Angaben Gewitterblitze in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Polen, Benelux, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Die registrierten Blitze stehen Wetterdiensten, Energieversorgungsunternehmen, der Industrie und Versicherungsgesellschaften zur Verfugung. Beim großen Frühlingsgewitter am Dienstag haben in Brandenburg bundesweit die meisten Blitze den Boden erreicht. Eine Auswertung der Siemens-Messstationen hat ergeben, dass sich die Energie 4260 Mal bis zur Erde entladen hatte.

Nach der Blids-Analyse hatte es in Cottbus am Dienstag insgesamt 40 Blitze gegeben, davon elf Erdblitze, von denen einer der besagte Perlschnur-Blitz gewesen ist. Die restlichen 29 Blitze wurden als Wolkenblitze registriert.

Am häufigsten hatte es in Finsterwalde geblitzt - 441-mal, davon 129 Erdblitze. Mit 149 Blitzen (davon 48 Erdblitzen) hatte es in Senftenberg am zweithäufigsten geblitzt.

98 Blitze (14) wurden in Herzberg, 82 (37) in Hoyerswerda und 72 (31) in Lübbenau registriert. Jeweils 30 Blitze gab es in Calau (10) und Elsterwerda (13). In Luckau fiel das Erd-Wolkenblitz-Verhältnis 5:14 aus. In Lübben ließ es Petrus 16-mal blitzen, wobei er acht zur Erde und den Rest in die Wolken schickte. Offenbar recht schwach hat die Gewitterfront die Spree-Neiße-Region gestreift - in Spremberg gab es zehn (zwei) und in Guben sechs (einen) Blitze. In Forst hat es nicht einmal geblitzt, informiert Stephan Thern. Und in Weißwasser haben die Siemens-Messgeräte lediglich neun Wolkenblitze aufgezeichnet.

Unwetter im Anmarsch

In ganz Deutschland drohen an diesem Samstag heftige Schauer und Gewitter. Lokal müsse auch mit Hagel gerechnet werden, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. "Es ist mit großem Unwetterpotenzial zu rechnen", sagte der Meteorologe Helge Tuschy. Die Front ziehe von Westen nach Osten. Die Tagestemperaturen schwankten zwischen 25 und 30 Grad, nach Gewittern sei im Nordwesten mit einer Abkühlung zu rechnen. Am Pfingstsonntag seien vor allem der Süden und der Südosten nass, auch mit Gewittern. Die Temperaturen dürften zwischen 19 und 24 Grad liegen. Der Montag sei in ganz Deutschland "ein eher nasser Tag" mit Schauern und Gewittern. Ob wieder Unwetter möglich seien, sei allerdings noch unklar. Die Temperaturen dürften auf Werte zwischen 18 und 23 Grad zurückgehen.