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| 06:33 Uhr

Zu wenig Lehrer
SOS für den Sorbisch-Unterricht

 Das Problem fehlender Sorbisch-Lehrer ist seit Jahren bekannt. Geändert hat sich daran scheinbar nichts.
Das Problem fehlender Sorbisch-Lehrer ist seit Jahren bekannt. Geändert hat sich daran scheinbar nichts. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Potsdam. Seit Jahren gibt es immer wieder diese Hiobsbotschaft. SOS für den Sorbisch-Unterricht. Denn in Brandenburg fehlt Lehrernachwuchs zur Vermittlung der Minderheitensprache. Von Benjamin Lassiwe

Auf das Land Brandenburg kommen massive Probleme beim Sorbisch-Unterricht zu. In den nächsten sieben Jahren werden rund 50 Prozent der Sorbischlehrer in Pension gehen. Gleichzeitig werden lediglich zwei Absolventen ihr Lehramtsstudium in Leipzig beenden. Das sagte der zuständige Schulrat des staatlichen Schulamts Cottbus, Frank Nedoma, am Dienstag in der Sitzung des Rates für Angelegenheiten der Sorben und Wenden im Potsdamer Landtag.

Im Moment gebe es noch genügend Personal, um den Sorbisch-Unterricht abzusichern. Allerdings seien drei jüngere Lehrkräfte zu Beginn des Schuljahres wegen Schwangerschaften ausgefallen.

„Wir werden in den nächsten Jahren die Schulen, die Sorbisch-Unterricht anbieten, versorgen können“, sagte Nedoma. Ab Mitte der 20er-Jahre werde man sich aber Gedanken darüber machen müssen, ob man beispielsweise Kompetenzzentren bilde, an denen der Sorbisch-Unterricht dann konzentriert wird. Nach einem Bericht der taz gehen in Sachsen bis 2025  knapp 100 Lehrkräfte in den Ruhestand. „Alle Vertreter, die die sorbische Sprache erhalten wollen, müssen sich die Frage stellen, ob wir Masse – also die sorbische Sprache in der Breite – oder Klasse erhalten wollen“, so Nedoma.

Der Vertreter des Potsdamer Bildungsministeriums, Hans-Jürgen Huschka, sagte, dass es derzeit nur elf Sorbischlehrer gebe, die unter 40 Jahre alt seien. Gleichzeitig habe es in diesem Jahr keinen einzigen Schüler am Niedersorbischen Gymnasium gegeben, der im Fach Sorbisch das Abitur abgelegt habe.