ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:35 Uhr

Energeiwende
Leag-Solarpark lässt Platz für Kunstflieger

 Projektpräsentation in Welzow: Tilmann Rückert (l.) von der juwi AG und Leag-Chef Helmar Rendez.
Projektpräsentation in Welzow: Tilmann Rückert (l.) von der juwi AG und Leag-Chef Helmar Rendez. FOTO: Christian Taubert
Welzow. Auf dem Flugplatz Welzow entsteht bis Oktober die erste eigene Fotovoltaik-Anlage des Energieunternehmens.

Draußen dröhnen Flugzeugmotoren. Kunstflieger steigen steil in die Luft. Es werden Loopings und andere Figuren geübt. Die deutsche Nationalmannschaft mit dem zweifachen Motorkunstflug-Weltmeister Klaus Schrodt als Trainer bereitet sich auf die WM im August in Frankreich vor. So viel Betrieb gibt es auf dem Flugplatz Welzow (Spree-Neiße) nicht alle Tage. Zudem hat das Lausitzer Energieunternehmen Leag ins Startbahn-nahe Café „Concorde“ geladen. Das Ankerunternehmen der Region – mit dem Kerngeschäft Braunkohleverstromung – verkündet hier seinen Einstieg in die Produktion von erneuerbaren Energien. Mit dem Partner juwi AG entsteht hier bis Oktober eine Zehn-Megawatt-Fotovoltaik-Anlage.

„Für uns als viertgrößtem Energieerzeuger in Deutschland ist es naheliegend, dass wir unser Erzeugungsportfolio erweitern und auch die erneuerbaren Energien im Blick haben“, erklärt Leag-Vorstandsvorsitzender Helmar Rendez. „Wir gehen die Herausforderung, unser Unternehmen mit neuen Geschäftsfeldern und Synergien für die Zukunft breiter aufzustellen, offensiv an und nutzen dafür die Kompetenzen im Energiebereich, die wir hier in der Lausitz über Jahre entwickelt haben.“

Rendez verweist zugleich darauf, dass dies „unser erster eigener Solarpark auf eigenen Flächen ist, mit dem wir Erfahrungen sammeln und für mögliche weitere Projekte im Bereich der Erneuerbaren nutzen wollen“.

Mit Blick auf das im Dezember des Vorjahres in Schwarze Pumpe vorgestellte Energiespeicher-Projekt „Big Battery Lausitz“ – einem europaweit einmaligen 50-Megawatt-Stromspeicher – lässt Rendez keinen Zweifel, dass weitere Vorhaben mit Blick auf den Strukturwandel in der Lausitz folgen werden. „Wir sind dabei, weitere Geschäftsfelder zu untersuchen“, betont der Leag-Vorstandschef. Wie an einer Perlenschnur werde sich das Leag-Portfolio in den nächsten Jahren entwickeln.

Für den Welzower Solarpark hat sich der viergrößte Energieerzeuger Deutschlands die juwi AG mit ins Boot geholt. Die Experten für die Errichtung von Fotovoltaik-Anlagen haben 2011 bereits in Sichtweite zum Flugplatz Welzow zwei Solarparks installiert. Jetzt nutzt die dritte Anlage der dort bestehenden Infrastruktur das Umspannwerk Bahnsdorf. Da zudem eine aus dem Luftverkehr entlassene Start- und Landebahn mit einer Fläche von 16,6 Hektar als Standort genutzt werden kann, sollen vom Baubeginn im Juli bis zum Oktober 27 000 Solarmodule installiert und ans Netz angeschlossen sein. Auch an einen Wild-Durchlass in der Mitte des Areals sei gedacht.

Dass dieser Solarpark lediglich eine Leistung von zehn Megawatt hat, „hängt mit der Gesetzeslage zusammen“, erläutert Tilmann Rückert von juwi. Anlagen bis zu zehn MW erhalten nach dem Erneuerbare Energien Gesetz eine Vergütung für die Stromeinspeisung in Cent pro Kilowattstunde über 20 Jahre. Die Leag wolle mit diesem ersten eigenen Solarpark auch lernen, erklärt Marc Blaha vom Bereich Unternehmensentwicklung. Die Stadt Welzow und der Flugplatz würden von der Anlage etwa bei Wartung und Pflege des Umfeldes profitieren, „auch wenn damit noch keine zusätzlichen Arbeitsplätze geschaffen werden“.

Welzows Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) bewertet die Umsetzung des seit Jahren angedachten dritten Solarparks gegenüber der RUNDSCHAU als „positiv“. Sie unterstützt die von der Leag als Zwischennutzung bezeichnete Lösung. Zudem sei es wichtig gewesen, dass der Flugbetrieb weitergehen könne. Für die deutschen Motorkunstflug-Asse mit ihrem Weltmeister-Trainer bleibt die Trainingsstätte Welzow also auch in Zukunft erhalten.

 Projektpräsentation in Welzow: Tilmann Rückert (l.) von der juwi AG und Leag-Chef Helmar Rendez.
Projektpräsentation in Welzow: Tilmann Rückert (l.) von der juwi AG und Leag-Chef Helmar Rendez. FOTO: Christian Taubert