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Lausitzer Lehrer dürfen 2006 auf Versetzungs-Stopp hoffen

Cottbus.. Die Lehrer im Schulamt Cottbus dürfen sich berechtigte Hoffnung machen, dass sie zumindest im kommenden Schuljahr von Versetzungen in den berlinnahen Raum verschont bleiben. Zwar gebe es 2006/07 einen Überhang von 250 Lehrern, informierte gestern das Staatliche Schulamt Cottbus. Daniel Preikschat

Doch wenn genügend Pädagogen ihren Stundenumfang freiwillig auf 84 Prozent herunterfahren, ließe sich das „vielleicht sogar verhindern“ .
Der Personalrat der Lehrer zeigt sich interessiert an diesem Angebot, will sich aber mit einem „vielleicht sogar“ nicht abfinden. Der Versetzungsschutz zum kommenden Schuljahr soll verbindlich für alle Lehrer gelten, heißt es in einer Presseerklärung. Weiter hält es der Personalrat für ausreichend, wenn der Stundenumfang der noch Vollbeschäftigten auf 88 Prozent gesenkt wird.
Bis 2008/09 soll es außerdem eine „Paketlösung“ geben. Dank attraktiver Teilzeitmodelle, Möglichkeiten des sozialverträglichen Ausscheidens und Anreizen für freiwillige Versetzungen sei das Problem des Lehrerüberhangs auch insgesamt in den Griff zu bekommen. „Eine Lösung drängt“ , sagt Personalrats-Chef Frank Kramer. Für 2008/09 sieht er einen Überhang von mindestens 800 Lehrern im Schulamt Cottbus. Um die Verhandlungen anzuschieben, werde der Personalrat Gewerkschaften, Verbände, Schulamt und Bildungsministerium anschreiben.
Genau dieselben Forderungen macht Dieter Schulz vom Zukunftsbündnis Lausitz-Elbe-Elster Land auf, einem Zusammenschluss von Eltern-, Schüler sowie Lehrervertretern. Schulz verspricht sich von einem Versetzungs-Stopp im nächsten Jahr „mehr Ruhe und Kontinuität im Schulbetrieb“ .
Eine Einschätzung, die auch das Staatliche Schulamt teilt: Einsatzplanung und Kontinuität der pädagogischen Arbeit würden „positiv beeinflusst“ .
Rund 200 Lehrer mussten zu Beginn dieses Schuljahres die Region Cottbus verlassen, um für die Schulämter Brandenburg und Wünsdorf zu arbeiten. Es kam zu Protesten von Eltern und Schülern, 78 Lehrer stimmten ihrer Versetzung zunächst nicht zu. Mit mehr als 40 Klagen von Lehrern befasst sich derzeit das Cottbuser Arbeitsgericht .