„Wir hatten Einsätze, ja“, sagt Polizeisprecher Ralph Meier. „Auch mehr als an anderen Tagen.“ Aber die Einsatzlage sei nicht mit der vergangener Jahre zu vergleichen. „Die Menschen haben sich größtenteils an die Eindämmungsverordnung gehalten und waren vernünftig“, sagt Meier. So fällt die Einschätzung der Polizeidirektion Süd am Freitag zum Männertag 2020 aus.
Doch vereinzelte Körperverletzungen blieben auch dieses Mal am Herrentag nicht aus. So gab es in Drehnow bei Cottbus am Nachmittag eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von Radfahrern, bei der einige der Beteiligten Schürfwunden davon trugen. Eine Gruppe von elf Radfahrern ist demnach aus einer anderen Gruppe von neuen Radler beschimpft und bespuckt worden. Folglich gingen sechs Personen aufeinander los. Die dabei erlittenen Verletzungen mussten ambulanten versorgt werden. Gegen sechs Männer im Alter von 20 bis 36 Jahren wird wegen Körperverletzung ermittelt.
Auch in Forst (Lausitz) sind zwei Männer aneinandergeraten. Auch sie trugen Schürfwunden davon. Der Vorfall ereignete sich gegen 22 Uhr.
In Guben mussten Beamte gegen 23:30 Uhr eine größere Ansammlung von Menschen auflösen. Eine Gruppe von alkoholisierten Personen zog lautstark durch die Gubener Straßen. Dabei zeigte sich eine Person, die offensichtlich betrunken war, uneinsichtig und unkooperativ. Sie musste fixiert und zur Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommen werden. Gegen ihn wird wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.
Am Donnerstagnachmittag schlug ein Unbekannter einem 18-Jährigen auf dem Radweg zwischen Senftenberg und Großkoschen eine Bierflasche gegen den Kopf. Mit schweren Schnittwunden ist der junge Mann in ein Krankenhaus gebracht worden.
In Großkoschen ist ein 20-jähriger Radfahrer von zwei jungen Männern zuerst geschlagen und dann bestohlen worden. Die unbekannten Schläger ließen jedoch Handy und Brieftasche des Radfahrers zurück.
Während einer Kahnfahrt im Spreewald gerieten in Lehde vier Männer zunächst verbal aneinander. Die bei dem darauf folgenden Gerangel erlittenen Blessuren, mussten ambulant versorgt werden.
In Großräschen brüllte eine Gruppe von 20 Männern und Frauen im Alter zwischen 16 und 37 Jahren unter anderem „Sieg Heil“ auf dem Markt. Die Polizeibeamten stellten die Identitäten fest und erteilte Platzverweise.
Das Bild der Polizeidirektion Süd vom Männertag deckt sich mit der Einschätzung der Leitstelle Lausitz. Auch da gab es ein vermehrtes Aufkommen von Einsätzen. Doch große Brände und Schlägereien blieben in diesem Jahr aus.
Auf der Verbindungsstraße zwischen Lindenau und Tettau kam ein 21-jähriger Pkw-Fahrer von der Straße ab, als er eine mehrköpfige Radfahrgruppe überholen wollte. Ein Radfahrer der Gruppe machte einen Schlenker, so dass der Pkw ausweichen musste, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Die Höhe des Sachschadens beträgt etwa 3000 Euro.
In einem Ortsteil von Uebigau stürzte ein 14-jähriger Radfahrer und zog sich dabei Schnittverletzungen zu. Rettungskräfte brachten den Jugendlichen in ein Krankenhaus. Ein Atemalkoholtest ergab 1,71 Promille. Nach Abschluss aller polizelichen und medizinischen Maßen wurde er seiner Mutter übergeben.
Die Polizei in Ostsachen hat am Vatertag bis zum späten Nachmittag keine größeren Einsätze absolvieren müssen. Das ergab eine Umfrage in allen Polizeidirektionen. Die Lage sei entspannt und noch einmal ruhiger als in den vergangenen Jahren, sagte Dresdens Polizeisprecher Thomas Geithner.
Insgesamt registrierte das Führungs- und Lagezentrum etwa 30 Notrufe im Zusammenhang mit Christi Himmelfahrt.
In Lauta sind am Donnerstagabend zwei alkoholisierte Radfahrer im Alter von 35 und 56 Jahren gestürzt. Der Atemalkoholtest ergab 1,78 Promille beim jüngeren und 1,166 Promille bei dem Älteren.
Ebenfalls am Donnerstagabend haben Polizeibeamte einen 17-jährigen Mopedfahrer im Stadtgebiet von Weißwasser gestoppt und kontrolliert. Ein Atemalkoholtest bei dem jungen Mann ergab einen wert von 1,56 Promille. Die Beamten untersagten die Weiterfahrt und zogen die Fahrerlaubnis des Mopedfahrers ein.
Im Großen und Ganzen würden die Regeln im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eingehalten. Bislang hätten Ansprachen der Polizei ausgereicht, wenn etwa die Ansammlungen zu groß gewesen seien.