Die Zahl der binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Neuinfektionen und die Todesfälle haben einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten binnen 24 Stunden 29 875 Neuinfektionen, wie aus Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht. Das sind über 6000 mehr als am Vortag, als mit 23 679 Fällen ebenfalls ein Rekord erreicht worden war. Außerdem meldete das RKI am Freitag mit 598 neuen Todesfällen den zweiten Höchstwert binnen kurzer Zeit. Der bisher höchste Tagesstand von 590 Toten war am Mittwoch erreicht worden.
Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 1,03 (Vortag: 0,99). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 103 weitere Menschen anstecken. Der Wert schwankt seit einigen Wochen um 1 herum und bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Dreiwöchiger Lockdown ab 20. Dezember deutet sich an

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller geht davon aus, dass sich die Bundesländer mit dem Bund auf einen dreiwöchigen harten Lockdown verständigen. Es zeichne sich ab, auch in den Gesprächen mit den Kollegen der Bundesländer, „dass ab 20. es doch erhebliche Einschnitte gibt“ und der Einzelhandel „deutlich“ heruntergefahren werde, sagte Müller am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. Die Schulferien hätten dann ohnehin begonnen, viele Menschen gingen nicht mehr arbeiten und im Nahverkehr werde es ruhiger. „Zwischen dem 20. Dezember und 10. Januar haben wir praktisch drei Wochen massiver Einschränkungen, die auch mit Sicherheit auch dazu führen werden, dass die Inzidenzen runtergehen“, sagte der SPD-Politiker, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist.
Müller äußerte die Erwartung, dass sich die Ministerpräsidentenkonferenz darauf verständigen werde, dass das öffentliche Leben in diesen drei Wochen weitestgehend heruntergefahren wird. Das zeichne sich auch ab. Auch jene, deren Länder niedrige Infektionszahlen aufwiesen, sagten nun, man befinde sich bundesweit in einer Krisensituation, in der man solidarisch sein müsse. Die eindringlichen Appelle von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seien hier sehr hilfreich gewesen.

Einfamilienhaus in Schulzendorf brennt vollständig ab

Für die Feuerwehren in der Lausitz und im Elbe-Elster-Land war es eine relativ ruhige Nacht. In Forst (Spree-Neiße) gab es laut Leitstelle Lausitz zwei kleinere Einsätze wegen angebrannten Sperrmülls und eines Kleintransporters auf einem Parkplatz in der Bahnhofstraße. Dort verurschte nach Angaben der Polizeidirektion Süd vermutlich ein Feuerwerkskörper 2000 Euro Schaden am Fahrzeug. Da beide Brandorte nahe beieinander liegen, ist ein Zusammenhang nicht auszuschließen.
Einen größeren Einsatz gab es im nördlichen Bereich der Leitstelle: In Schulzendorf (Dahme-Spreewald) nördlich des Schönefelder Kreuzes brannte in der Nacht der Dachstuhl eines Einfamilienhaus vollständig ab. Das Feuer war kurz vor 4 Uhr entdeckt worden. Vier Personen wurden zur Sicherheit ins Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehren unter anderem aus Schulzendorf, Eichwald und Zeuthen sowie die Rettungsdienste aus Königs Wusterhausen und Schönefeld waren auch am frühen Morgen noch im Einsatz. Nach ersten Informationen der Polizei könnte ein technischer Defekt die Brandursache sein.

Leichter Frost und viele Wolken

Heute Vormittag und im weiteren Tagesverlauf bleibt es in Brandenburg und Sachsen stark bewölkt bis bedeckt, gebietsweise trüb. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Höchsttemperatur -1 bis +3 Grad. Schwacher bis mäßiger Wind um Ost. In der Nacht zum Sonnabend viele Wolken, kaum Auflockerungen. Gebietsweise Dunst oder Nebel. Niederschlagsfrei. Tiefsttemperatur um -1 Grad. Schwacher Ostwind.