| 02:42 Uhr

Landtag diskutiert Ockerschlamm-Lager

Zum Schutz des Spreewalds wird Eisenocker wie hier bei Spremberg aus der Spree abgetrennt. Der Schlamm muss entsorgt werden.
Zum Schutz des Spreewalds wird Eisenocker wie hier bei Spremberg aus der Spree abgetrennt. Der Schlamm muss entsorgt werden. FOTO: ZB
Potsdam. Wohin mit Tausenden Tonnen Ockerschlamm, die in den kommenden Jahren in der Lausitz entsorgt werden müssen? Der Brandenburger Landtag diskutiert dazu am heutigen Mittwoch einen Antrag von CDU und Grünen. Simone Wendler

Der Bürgerinitiative, die sich rund um den Altdöberner See gebildet hat, wird der Antrag von CDU und Grünen aus dem Herzen sprechen. Beide Fraktionen wollen, dass der Landtag die Landesregierung auffordert, sich für eine Deponierung von Eisenockerschlamm in der Lausitz einzusetzen. Ein Einspülen des Materials in den Altdöberner See lehnen sie ab.

Auch die Bürgerinitiative kämpft gegen die von der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) mbH in Betracht gezogene Einlagerung am Boden des entstehenden Tagebausees. Doch ob der Landtag dem Antrag von CDU und Grünen folgt, ist fraglich. Denn eine Deponierung wäre teuer, und die Kosten würden teilweise auch wieder auf das Land Brandenburg zurückfallen. Die Arbeit des Bergbausanierers LMBV wird durch den Bund und die ostdeutschen Braunkohleländer finanziert.

Die LMBV geht davon aus, dass jährlich etwa 200 000 Kubikmeter Ockerschlamm zu entsorgen sind. Nach Trocknung entspricht das grob geschätzt rund 200 000 Tonnen Material. Bei Deponierungskosten von 30 bis 40 Euro pro Tonne kämen jährlich sechs bis acht Millionen Euro zusammen. Das Einspülen gilt als deutlich preiswerter.

Drei Brandenburger Ministerien hatten in einer Stellungnahme zu dem Entsorgungskonzept der LMBV die Idee einer Eisenocker-Verspülung nicht grundsätzlich abgelehnt. So eine Lagerung sei unter bestimmten Bedingungen genehmigungsfähig.

Die bisherigen Untersuchungen ließen die Annahme zu, dass es sich bei dem Material überwiegend um "nicht gefährliche Abfälle" handle. Die Ministerien fordern jedoch weitere Untersuchungen und eine detailliertere Gegenüberstellung von Einspülung und Deponierung. Die LMBV will bis Jahresende Klarheit über den Entsorgungsweg.