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| 06:25 Uhr

Justiz
Landräte fordern besseren Schutz vor Intensivtätern

Februar 2017: Polizeifahrzeuge sperren die Bundesstraße 168 ab. Hier wurden von dem mutmaßlichen Täter, der zuvor seine Großmutter erstochen haben soll, bei der Flucht vom Tatort zwei Polizisten überfahren und getötet.
Februar 2017: Polizeifahrzeuge sperren die Bundesstraße 168 ab. Hier wurden von dem mutmaßlichen Täter, der zuvor seine Großmutter erstochen haben soll, bei der Flucht vom Tatort zwei Polizisten überfahren und getötet. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Cottbus/Frankfurt. Nach spektakulären Fällen fordern Landräte ein schnelleres Eingreifen von Polizei und Justiz.

Die Landräte aus den brandenburgischen Kreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland, Rolf Lindemann und Gernot Schmidt (beide SPD), fordern ein früheres Eingreifen von Polizei und Justiz, wenn Intensivtäter ihre Mitmenschen bedrohen.

Rund ein Jahr nach der Serie von Gewalttaten des Jan G. aus Beeskow, die letztlich in den Morden an seiner Großmutter und zwei Polizisten gipfelten, hat erneut im Kreis Oder-Spree ein als psychisch krank geltender Mann über Monate Angst und Schrecken verbreitet. Der Mann ist den Behörden seit 2007 als Intensivtäter bekannt. Er hat in Tauche bei Beeskow nicht nur Nachbarn bedroht und angegriffen, sondern soll auch Bomben gebastelt haben.

Ähnliche Fälle haben auch in der Lausitz für Schlagzeilen und Kopfschütteln gesorgt. Das Cottbuser Landgericht hat in dieser Woche einen Mann aus dem Amt Ruhland (Oberspreewald-Lausitz) freigesprochen, der einen Fahrgast in der Bahn mit einem Beil bedroht hatte. In einem weiteren Fall aus Spremberg lehnten die Cottbuser Richter die Zwangseinweisung eines psychisch Kranken in eine Fachklinik ab. Der Spremberger hatte in mindestens 16 Fällen Menschen beleidigt, belagert und bedroht.

Landrat Gernot Schmidt fordert daher: „Wir brauchen straffere Verfahren im Umgang mit diesen Personen, müssen schnell zugreifen können, wenn jemand die Bevölkerung tyrannisiert.“ Schmidts Amtskollege Rolf Lindemann aus dem Landkreis Oder-Spree spricht von einem „schwerfälligen Rechtsstaat“.