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Landesregierung fordert Städte auf, sich um Kreissitz zu bewerben

Doppelnamen im Zuge der Kreisgebietsreform sind möglich. Damit ist auch ein Kreis "Cottbus-Lausitzkreis" denkbar.
Doppelnamen im Zuge der Kreisgebietsreform sind möglich. Damit ist auch ein Kreis "Cottbus-Lausitzkreis" denkbar. FOTO: dpa
Potsdam. Bei der heftig diskutierten Kreisreform in Brandenburg gibt es einen neuen Vorstoß aus Potsdam. Wie die RUNDSCHAU aus SPD-Kreises erfuhr, sollen sich die Städte um den Kreissitz in den neuen Großkreisen bewerben. Dieses Casting trifft vor allem die bisher kreisfreien Städte wie Cottbus, die sich sich der geplanten Reform noch verweigern. bob/ta

Geht es nach den Plänen der Landesregierung, dann wird die Zahl der Kreise in Brandenburg deutlich reduziert. In der Lausitz bliebe nur noch der fusionierte Kreis aus Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming sowie ein großer Südkreis von Elbe-Elster bis Spree-Neiße übrig. Wo aber soll in diesen Kreisen das Zentrum sein? Welche Stadt wird Kreissitz? Die einfachste Antwort wäre, die größte Stadt zu wählen. Im Lausitzkreis dann also Cottbus, das als Oberzentrum ja laut Leitbild zur Kommunalreform auch weiter gestärkt werden soll. Doch so muss es nicht kommen.

Denn nach Information aus SPD-Kreisen sollen die Städte demnächst aufgefordert werden, sich förmlich um den Zuschlag für die Kreisstadt zu bewerben. Das könnte dann aber nicht nur Cottbus tun. Auch Senftenberg, Forst oder Herzberg - um nur die bisherigen Kreisstädte zu nennen - könnten ihren Hut in den Ring werfen. Und was macht Cottbus, das sich bisher der gesamten Reform verweigert und klagen will statt zu kooperieren? Die Landesregierung hat mit ihrem Vorstoß zumindest den Druck auf die bisher kreisfreien Städte erhöht.