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Forderungen nach Woidke-Rücktritt
Brandenburgs SPD am Scheideweg

Potsdam. Der Tag der Entscheidung im Landesvorstand: Was macht Ministerpräsident Dietmar Woidke? Benjamin Lassiwe

Brandenburgs SPD steckt weiter in einer tiefen Krise. Wie die RUNDSCHAU aus Parteikreisen erfuhr, soll Ministerpräsident Dietmar Woidke am Wochenende große Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Kandidaten für das Amt des Generalsekretärs gehabt haben. Auch der eigentlich als Favorit für den Posten gehandelte Landtagsabgeordnete Daniel Kurth soll Woidke abgesagt haben. Am Sonntagabend sickerte dann durch, dass der Landtagsabgeordnete Erik Stohn (33) aus Teltow-Fläming für das Amt vorgeschlagen werden soll.

Am Montag dürften wesentliche Weichen für die Zukunft des angeschlagenen Ministerpräsidenten gestellt werden: Am Abend tagt in Potsdam der Landesvorstand der SPD. Unter anderem wollte Woidke bei diesem Termin die Nachfolge der am 18. November zurückgetretenen Klara Geywitz klären.

Schon am Freitag hatte sich Woidke in einem Brief an die Basis gewandt. Darin beschwor er den Zusammenhalt. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir wieder nach vorne schauen, und beherzt vor allem diejenigen Themen in Angriff nehmen, die für die Menschen in Brandenburg wirklich vordringlich sind: Investitionen in Schiene und Straße, gute Bildung, soziale und innere Sicherheit, schnelles Internet, gute Arbeitsplätze und den Kampf gegen Altersarmut“, schreibt Woidke.

Nicht mehr in Gefahr zu sein scheint dagegen Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Einen Rücktritt des für seine Rolle im Umgang mit der Kreisgebietsreform heftig kritisierten Politikers schloss Woidke aus. Länder Seite 4