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| 19:40 Uhr

Weniger Vorfälle
Lage in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) hat sich beruhigt

Frankfurt (Oder). Innenstadt ist Treffpunkt von Deutschen und Flüchtlingen. Weniger Vorfälle durch regelmäßige Polizeikontrollen und Freizeitangebote.

Es ist verhältnismäßig ruhig geworden auf dem Platz zwischen einem Einkaufszentrum und dem Lennépark mitten im Stadtzentrum von Frankfurt (Oder). Wochenlang hatten dort Polizeiwagen gestanden. Zudem patrouillierten Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes und ahndeten selbst die kleinsten Vergehen.

Jugendliche, sowohl deutsche, als auch junge Flüchtlinge, treffen sich dort immer noch. Doch sie sind nicht mehr nur sich selbst überlassen, sondern können sich im Rahmen geschaffener Angebote an Mal-Workshops, Sitzmöbelbau oder Trommel-Aktionstagen beteiligen.

„Wir haben mit zahlreichen Akteuren in der Stadt einen Maßnahmeplan entwickelt, um die Sicherheit zu erhöhen und die soziale Integration der Jugendlichen zu verbessern“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke (Die Linke) am Mittwoch bei der Vorstellung des Konzepts.

In den vergangenen Wochen hatte er mit den Plänen Schlagzeilen gemacht, sieben mehrfach straffällig gewordene Flüchtlinge ausweisen zu lassen. Ein entsprechender Vorgang läuft derzeit bei der Ausländerbehörde der Stadt.

Die jungen Männer aus Syrien, Pakistan und Palästina sollen unter anderem an einem gewaltsamen Überfall auf eine Frankfurter Diskothek beteiligt gewesen sein. „Zu diesen Ausweisungen stehe ich nach wie vor, sie sind jedoch nur ein winziger Baustein, um die Sicherheit in der Stadt zu erhöhen“, betonte der Oberbürgermeister.

Diejenigen, die sich regelmäßig auf dem Platz im Frankfurter Stadtzentrum treffen, seien jedoch andere Jugendliche als die zur Ausweisung vorgesehenen Straftäter, erklärte der 34-Jährige. Auch dort hatte es Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern gegeben, später auch mit den Sicherheitskräften. Wilkes Integrationsdezernentin Milena Manns sprach in diesem Zusammenhang von einer „schwierigen Gesamtgemengelage“.

Die auffälligsten Personen seien inzwischen identifiziert, würden auf dem Platz gezielt von Sicherheitskräften angesprochen, Straftaten werden geahndet. Größere Einsätze habe es in jüngster Vergangenheit nicht mehr gegeben, hätten Polizei und Ordnungsamt bestätigt.

Durch die massive Präsenz der Sicherheitskräfte habe sich die Lage entschärft, so dass von einer dauerhaften Videoüberwachung und einer Waffenverbotszone zunächst abgesehen worden sei, so die Dezernentin. Versteckt werde der Platz aber weiterhin kontrolliert, zudem gebe es eine „Meldekette“ für auffällige Jugendliche, falls diese erneut für Ärger sorgen sollten.

Außerdem hätten Vereine, Sozialarbeiter und Sportvereine auf dem Platz laut Oberbürgermeister Manns gezielt Freizeitangebote gemacht, um das Areal „positiv zu beleben“. Auch künftig gebe es solche Angebote. Des Weiteren werde ein „Runder Tisch der Migranten“ etabliert, der bei einem ersten Treffen ihren Angaben nach bereits gute Resonanz gefunden hatte. Der Maßnahmenplan soll laut René Wilke ständig weiterentwickelt werden. „Er ist sicher nicht die Lösung für alles, aber ein Ansatz, den die Stadt machen kann“, sagte er.