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| 02:48 Uhr

Länder fördern Ausbreitung des Wolfs

Der Verein kritisiert die sächsische Politik zum Wolf. Foto: dpa
Der Verein kritisiert die sächsische Politik zum Wolf. Foto: dpa FOTO: dpa
Potsdam. Brandenburg und Sachsen wollen die weitere Ausbreitung des Wolfs aktiv fördern. Dazu sind in beiden Ländern Managementpläne erarbeitet worden. Ziel ist eine stabile Gesamtpopulation von mindestens 1000 Tieren im westpolnisch-deutschen Verbreitungsgebiet. Benjamin Lassiwe

Mindestens 1000 Wölfe sollen künftig in Westpolen und Deutschland leben. Das geht aus dem im Dezember verabschiedeten Brandenburger Wolfsmanagement-Plan hervor, der im Januar veröffentlicht werden soll und der RUNDSCHAU vorab vorliegt . Mit dem Wolfsmanagement sollen einerseits die unter Naturschutz stehenden Raubtiere geschützt, andererseits Menschen und Nutztiere vor Wolfsangriffen bewahrt werden.

Ziel ist es "einen Beitrag zu einer deutsch-westpolnischen Wolfspopulation zu erbringen, die nationale und internationale Erhaltungskriterien erfüllt." Für eine "Wolfspopulation mit günstigem Erhaltungszustand" gibt die EU einen Bestand von mindestens 1000 Tieren vor. So wie im Land Sachsen soll es auch in Brandenburg künftig Zuschussmöglichkeiten für gewerbliche Tierhalter geben, die ihre Herden vor den Wölfen schützen wollen. Hobbyzüchter müssen dagegen im Regelfall ihre Herden künftig selber schützen.

Um den Wolfsmanagement-plan hatte es bereits vor seiner Verabschiedung Streit gegeben: So zog sich der rund 350 vor allem mittelständische Landwirtschaftsbetriebe umfassende Brandenburger Bauernbund aus den Beratungen des Plans zurück. Damals bezeichneten die Bauernvertreter das Beteiligungsverfahren zum Wolfsmanagement als "Farce" und warnten davor, dass das Umweltministerium nicht in der Lage sei, flächendeckend wolfssichere Zäune zu finanzieren. Die Bauernvertreter forderten damals eine aktive Bejagung der Wölfe. Doch getötet werden sollen Wölfe künftig nur im Ausnahmefall.