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| 19:34 Uhr

Wolf
Künftig entscheidet beim Wolfsabschuss das Umweltamt

Der Umgang mit Wölfen beschäftigt immer häufiger die Brandenburger Landespolitik.
Der Umgang mit Wölfen beschäftigt immer häufiger die Brandenburger Landespolitik. FOTO: Bernd Wüstneck / dpa
Potsdam. Ob in Brandenburg ein sogenannter Problemwolf geschossen wird, entscheidet künftig ein speziell damit beauftragter Mitarbeiter im Landesamt für Umwelt. Das sagte Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch im Landwirtschaftsausschuss des Potsdamer Landtags. „Wir haben es mit 14 Landkreisen zu tun, die alle eine unterschiedliche Handhabungspraxis haben“, sagte Vogelsänger. „Deshalb habe ich entschieden, dass die Entscheidung über die nötigen Maßnahmen eine berechtigte Person im LfU trifft.“ Vogelsänger referierte im Ausschuss über die geplante Wolfsverordnung, die am Jahresende in Kraft treten soll. Der Minister sprach sich zudem für den Aufbau eines bundesweiten Dokumentationszentrums durch den Bund aus. Ein Wolf mache nicht an der Grenze eines Bundeslandes halt. Deswegen wäre auch ein bundesweites Besenderungsprogramm für Wölfe „bedenkenswert“. Von Benjamin Lassiwe

Ob in Brandenburg ein sogenannter Problemwolf geschossen wird, entscheidet künftig ein speziell damit beauftragter Mitarbeiter im Landesamt für Umwelt. Das sagte Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch im Landwirtschaftsausschuss des Potsdamer Landtags. „Wir haben es mit 14 Landkreisen zu tun, die alle eine unterschiedliche Handhabungspraxis haben“, sagte Vogelsänger. „Deshalb habe ich entschieden, dass die Entscheidung über die nötigen Maßnahmen eine berechtigte Person im LfU trifft.“ Vogelsänger referierte im Ausschuss über die geplante Wolfsverordnung, die am Jahresende in Kraft treten soll. Der Minister sprach sich zudem für den Aufbau eines bundesweiten Dokumentationszentrums durch den Bund aus. Ein Wolf mache nicht an der Grenze eines Bundeslandes halt. Deswegen wäre auch ein bundesweites Besenderungsprogramm für Wölfe „bedenkenswert“.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Dieter Dombrowski warnte im Ausschuss vor Unklarheiten in der Verordnung. So müsse festgelegt werden, dass ein vom Staat bestellter Wolfsjäger mit seiner Waffe in ein fremdes Jagdrevier gehen dürfe. Auch müsse ein Verfahren festgelegt werden, das eindeutig klärt, ob ein und derselbe Wolf zweimal in einem Gehege gewildert habe und deswegen abgeschossen werden dürfe. „Das geht bis zu der Frage: Wie kann ich einen Wolf markieren?“, fragte Dombrowski. An dieser Stelle fehle der Verordnung Praxisnähe. Auch angesichts der großen Zahl der Schutzgebiete in Brandenburg zweifele er daran, dass die Wolfsverordnung funktionieren könne. Für die Grünen erklärte der Spreewälder Abgeordnete Benjamin Raschke, das Land gehe den Weg zwischen Wolfsschützern und Anhängern der Weidehaltung derzeit gut. „Die Verordnung halte ich auch noch nicht für praxistauglich“, sagte Raschke. Zu den Rahmenbedingungen gehöre auch, hinreichend Geld für Schutzzäune und für den Schadensausgleich für betroffene Tierhalter bereitzustellen.

Unterdessen wies der Landesgeschäftsführer des BUND, Axel Kruschat, die Kritik von Bauernverbänden und Landnutzern an der Wolfsverordnung zurück. „Der geltende Rechtsrahmen regelt eigentlich alles Nötige“, sagte Kruschat. Theoretisch bräuchte es keine Wolfsverordnung. „Der Vorschlag des Ministeriums ist ein weitgehendes Entgegenkommen an die Landwirtschaft“, sagte Kruschat.