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| 18:12 Uhr

Post aus Potsdam
Kühl und ruhig im Landtagin Potsdam

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Eine einzige Drucksache. Während an manchen Tagen Dutzende Anträge, Kleine Anfragen, Antworten darauf und Berichte der Landesregierung über den Landtagsverteiler kommen, war am Freitag nichts zu machen.

Ein magerer Bericht des Parlamentarischen Beratungsdienstes, der auf gerade einmal vier Seiten begründete, dass es nicht zulässig ist, den Anwalt eines Zeugen von der Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses 6/1 (NSU) auszuschließen – das wars. Mehr kam am Freitag nicht.

Gäbe es den Skandal um die rücktrittsreife Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) und den Waldbrand in Fichtenwalde nicht – man könnte meinen, das Land Brandenburg habe aufgehört zu existieren. Eine Pressekonferenz mit Umweltminister Jörg Vogelsänger zum Ökolandbau war noch der hochrangigste Termin, der in Potsdam stattfand.

Manche Abgeordnete sind auf ihren Sommertouren unterwegs – der Grünen-Umweltexperte Benjamin Raschke besucht Mülldeponien, sein Fraktionskollege Michael Jungclaus hat mit seinem Segelboot mittlerweile die estnische Küste erreicht. In Potsdam dagegen regiert – das Sommerloch.

Möglich, dass die große Sommerhitze nun noch besonders dazu beiträgt, dass es im Land gerade richtig ruhig ist. Dabei ist das eigentlich unlogisch. Denn wenn man im Land im Moment ein kühles Plätzchen sucht, gibt es dafür keinen besseren Ort als das Parlamentsgebäude in der Landeshauptstadt. Dort nämlich funktioniert die Klima-Anlage bestens. Es ist herrlich kühl im Haus.

Und ruhig. Sehr ruhig sogar. Fast schon entspannend. Weswegen am Ende dieses Textes nur eine Frage steht: Warum noch mal fahren Menschen im Sommer eigentlich in den Urlaub?