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| 18:59 Uhr

Agrar
Gefahr für Rassegeflügel – Impfstoff fehlt in Brandenburg

Wittenberge. (iwe) Ein Brandenburger Tierarzt schlägt Alarm:  Rassegeflügelzüchter im Land können ihre Küken offenbar nicht mehr gegen die sogenannte Mareksche Krankheit impfen. „Das ist eine Viruskrankheit, die zu Lähmungen bis hin zur Tumorbildung führen kann“, erläutert Elmar Habenicht, der in Wittenberge Fachtierarzt für Kleintiere ist. Von Benjamin Lassiwe

(iwe) Ein Brandenburger Tierarzt schlägt Alarm:  Rassegeflügelzüchter im Land können ihre Küken offenbar nicht mehr gegen die sogenannte Mareksche Krankheit impfen. „Das ist eine Viruskrankheit, die zu Lähmungen bis hin zur Tumorbildung führen kann“, erläutert Elmar Habenicht, der in Wittenberge Fachtierarzt für Kleintiere ist.

„Die Krankheit ist nicht heilbar, die einzige Lösung ist die Impfung.“ Bislang gab es dafür Impfstoffe, die im heimischen Kühlschrank gelagert werden konnten. Doch in Deutschland werden sie nicht mehr produziert.

Eine Firma in Cuxhaven hat den Betrieb eingestellt. Und ein anderes Unternehmen, das in Spanien und den USA Impfstoffe herstellt, teilte dem Tierarzt mit, dass es sich nicht um eine Zulassung dieser Impfstoffe in Deutschland bemühen werde, da diese zu teuer sei. Es gebe aber die Möglichkeit, über das zuständige Agrarministerium eine Ausnahmegenehmigung zum Import zu beantragen.

In Potsdam wurde diese Lösung aber bislang abgelehnt. „Eine Voraussetzung für eine Ausnahmegenehmigung ist, dass für die Behandlung ein zugelassener Impfstoff für Tiere der betreffenden Tierart nicht zur Verfügung steht“, sagt ein Sprecher des Agrarministeriums gegenüber der RUNDSCHAU. Doch das sei bei der Marekschen Krankheit nicht der Fall. Denn für Tiere, die in großen Geflügelfarmen gehalten werden, gibt es auch in Deutschland einen Impfstoff.

Das bestätigt auch Tierarzt Elmar Habenicht. „Aber dieser Impfstoff muss bei minus 178 Grad Celsius gelagert werden“, sagt Habenicht. Große Geflügelzuchtanlagen könnten damit arbeiten. Private Kleintierzüchter, die nur ein paar Rassehühner halten, könnten ihn nicht verwenden.

Wie also weiter mit der Marek-Impfung? „Wir brauchen die Ausnahmegenehmigung“, sagt Habenicht.

Viel Hoffnung machen freilich konnte ihm das Potsdamer Ministerium bislang nicht. Man habe allerdings die nationale Zulassungsbehörde für Tierarzneimittel, das Paul-Ehrlich-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald, auf die Problematik noch einmal aufmerksam gemacht, bestätigte der Ministeriumssprecher gegenüber der RUNDSCHAU. Selbstständig tätig werden könne das Landesministerium aber nicht.