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Kritik an AfD-Amt von Referatsleiter Rybak in Bundesministerium

Berlin/Potsdam. Am Wochenende ist er zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der AfD in Brandenburg gewählt worden: Hubertus Rybak, hauptberuflich Referatsleiter für "Kirchen und Religionsgemeinschaften" im Bundesministerium des Innern. 30 Jahre lang war der 55-jährige Beamte Mitglied der CDU, dann wechselte er aus Protest gegen die Euro-Rettungspolitik der Bundesregierung die Partei und wurde Mitglied der AfD. B. Lassiwe

So berichtete er es in seiner Vorstellungsrede auf dem Landesparteitag der AfD am Wochenende in Pritzwalk. Für das Innenministerium ist der Katholik Rybak unter anderem im Lenkungsausschuss für das Reformationsjubiläum 2017 aktiv. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums wollte das politische Engagement Rybaks am Dienstag nicht kommentieren. Der innenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Volker Beck, sagte gestern der RUNDSCHAU: "Der Innenminister muss prüfen, ob er diese Funktionen für miteinander vereinbar hält. " Auch Vertreter anderer Parteien äußerten sich kritisch: "Der Bundesinnenminister muss sich fragen lassen, ob es eine gute Idee ist, an solch einer sensiblen Stelle den Funktionär einer Rechtsaußenpartei sitzen zu haben", sagt etwa die kirchenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, die Ratinger Abgeordnete Kerstin Griese. "Schließlich geht es bei dessen Tätigkeit um die Vielfalt der Religionen und die Toleranz."

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland ist vom politischen Engagement Rybaks nicht begeistert. "Wir erwarten, dass er seine Position als Regierungsbeamter strikt von der des AfD-Funktionärs trennt", sagte der Bevollmächtigte der EKD am Sitz der Bundesregierung, Prälat Martin Dutzmann.