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| 02:41 Uhr

Kriminalität soll gemeinsam mit Polen bekämpft werden

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Crossen. 22 184 Diebstähle gab es im vergangenen Jahr in den 24 Brandenburger Gemeinden direkt an der polnischen Grenze. 1933 Fälle mehr als noch 2012. Die Grenzkriminalität verharrt auf hohem Niveau, ein erfolgreiches Mittel dagegen gibt es noch nicht. Benjamin Lassiwe

"Die Zusammenarbeit mit Polen ist immens wichtig", sagt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Bei hochsommerlichen Temperaturen steht der Brandenburger Landeschef in einem alten preußischen Kasernengelände in Krosno Odranskie (Crossen). Wo bis zum Ersten Weltkrieg das Sechste Brandenburger Infanterieregiment stationiert war, ist heute das Hauptquartier des polnischen Grenzschutzes in der Woiwodschaft Lebus. Über dessen Arbeit will sich der Polenbeauftragte der Bundesregierung aus erster Hand informieren. Gleich zu Beginn spricht Woidke dann auch ein Thema an, das nicht nur in Brandenburg sensibel ist: die Zahl der im Einsatz befindlichen Polizisten. Auf dem Papier gibt es in der Woiwodschaft 1340 Grenzbeamte, dazu 300 zivile Mitarbeiter. Doch so wie Brandenburg in den vergangenen Jahren Stellen reduzierte, ziehen auch die Polen Mitarbeiter ab. "Es sind Beamte an die Ostgrenze versetzt worden", bestätigt der Woiwode von Lebus, Jerzy Ostrouch. Ähnlich wie die Bundespolizei müsse auch der polnische Grenzschutz Aufgaben im Inneren des Landes übernehmen, etwa bei der Bekämpfung illegaler Migration.

Doch Ostrouch bestätigt dem Brandenburger Gast, dass die Zahl der Polizisten in der Region künftig stabil bleiben solle. Und er berichtet davon, dass die polnische Polizei seit Anfang des Jahres immerhin 19 Autoschieberbanden das Handwerk legen konnte.

Woidke seinerseits würdigt die Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Polizisten und wirbt für einen Ausbau der Kooperation. "Das deutsch-polnische Polizeiabkommen gibt uns künftig die Möglichkeit, ohne konkreten Verdacht bis zu 25 Kilometer von der Grenze entfernt Kontrollen durchzuführen", sagt Woidke. "Aber wir wollen alle unsere Maßnahmen mit der polnischen Seite abstimmen." Dringend nötig sei allerdings die Ratifizierung des im Mai unterzeichneten Abkommens, damit es in Kraft treten könne.

Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen soll es künftig auch beim Hochwasserschutz geben. Stolz berichten Woidkes Gesprächspartner aus der Woiwodschaft, dass sie für die Anlage neuer Überflutungsflächen und weiterer Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Oder rund 700 Millionen Euro von der Weltbank erhalten hätten. "Wir planen dazu ein gemeinsames deutsch-polnisches Handbuch zum Hochwasserschutz", kündigt Woidke an.