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| 16:39 Uhr

Ausstellungsjahr 2019
Krieg, Krisen und die unbekannte Moderne

 Albert Hennig: Aus: Mappe mit 11 Fotografien, 1932–1933, Schwieriger Umzug im ehemaligen Seeburgviertel, Leipzig, 1932, Silbergelatineabzug, BLMK
Albert Hennig: Aus: Mappe mit 11 Fotografien, 1932–1933, Schwieriger Umzug im ehemaligen Seeburgviertel, Leipzig, 1932, Silbergelatineabzug, BLMK FOTO: Thomas Kläber / Thomas Klaeber Kolkwitz
Cottbus. Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst plant in diesem Jahr 20 Ausstellungen in Cottbus und Frankfurt (Oder). Von Ida Kretzschmar

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) zeigt sein neues Gesicht. Mit einer neuen Website, neuem Quartalsflyer und einem neuen Programm. Vertreter beider Standorte in Cottbus und Frankfurt (Oder) verbreiten gemeinsam Zukunftsmusik, die Direktorin Ulrike Kremeier am Donnerstag durch das Dieselkraftwerk oszillieren lässt.

20 Ausstellungen stehen im Jahr 2019 an, die miteinander verzahnt sind, kündigt sie an. Erstmalig werde es eine zweiteilige Ausstellung aus den Sammlungen beider Standorte geben: Sie beschäftigt sich mit „Krieg und Krisen im 20. Jahrhundert“ und wird am 4. August in Cottbus und Frankfurt (Oder) eröffnet.

„Eine kleine Sensation“ nennt sie Kurator Armin Hauer. Grafische Zyklen und Skulpturen von namhaften Künstlern wie Gerhard Altenbourg, Walter Arnold, Ernst Barlach, Rolf Biebl, Gerhard Bondzin, Fritz Cremer, Hans und Lea Grundig, Bernhard Heisig, Käthe Kollwitz, A.R. Penck, Arno Rink und vielen anderen werden zu sehen sein. Insgesamt werden 30 Maler und zehn Bildhauer vertreten sein, stimmt Armin Hauer auf die hochkarätige Ausstellung ein, die dokumentiert, wie das 20. Jahrhundert durch Kriege, Revolutionen, Massenmorde und Diktaturen geprägt wurde. Zum einen sind es Zeugnisse von Zeitzeugen, zum anderen Rückblicke, die sich mit Vergangenem, Mythen und Legenden beschäftigen.

Den Ausstellungsauftakt in Cottbus aber geben Fotografien von Frank Gaudlitz und Collagen aus dem Königsland Uganda von Alexander Janetzko und Matthias Körner am 19. Januar.

Auf eine weitere besondere Schau macht Jörg Sperling, Kustos Bildende Kunst, aufmerksam: Ab 18. Mai werden Rollomalerei, Künstlerbücher, Künstlerplakate aus der Sammlung in Cottbus zu sehen sein. „Papier ist (un)geduldig“, so der Name der Ausstellung, die an das künstlerische Potenzial zum Ende der DDR erinnert und gleichzeitig darauf deutet, das es für die nächste Generation restauriert werden musste.

„Die Anderen sind wir“ ist der Titel einer Fotoausstellung der Gruppe Apparat, die sich 2017 aus zehn Künstlern gründete und nach den Ursachen gesellschaftlicher Risse fandet. Begleitend dazu werden Fotografien aus der Sammlung zum Thema „Angst“ zusammengestellt, ist von Kustodin Carmen Schliebe zu erfahren.

Helene Roolf, Kustodin für Plakatkunst in Cottbus, verweist auf „Die Spur der Hand“, die im Sommer analoge und digitale Pfade ins Plakat erkundet.

Zu den Höhepunkten gehört im Oktober ein Ausstellungsprojekt, das Museumsdirektorin Ulrike Kremeier ausführlich erläutert. Das Bauhaus und seine Protagonisten haben auch im Land Brandenburg und den benachbarten polnischen Regionen ihre Spuren in Kunst, Architektur und Design hinterlassen. Oftmals aber sind sie nur Eingeweihten bekannt oder gar noch unentdeckt. Werke von so renommierten Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe und Hans Scharoun sind zu entdecken.

So widmet sich im Themenjahr 100 Jahre Bauhaus das Landeskunstmuseum an seinen beiden Standorten der unbekannten Moderne. „Sie beeinhaltet auch sozialkritische Betrachtungen und Utopien“, sagt sie.

Am Standort im Dieselkraftwerk Cottbus werden drei zeitlich parallel stattfindende, sich inhaltlich ergänzende Ausstellungen gezeigt. In der Präsentation Stadt im Bild – Bild der Stadt erwartet die Besucher die bildkünstlerische Auseinandersetzung mit groß- wie kleinstädtischen Motiven in der Kunst der Neuen Sachlichkeit in den 1920er-Jahren.

Ein zweiter Ausstellungsteil nimmt bisher wenig beachtete Bauten der architektonischen Avantgarde in der Lausitz und den benachbarten polnischen Regionen in den Fokus.

Das Wirken von Bauhauskünstlern in Kunsthandwerk und Design in Brandenburg und der Lausitz thematisiert der dritte Part. Dazu sind in Frankfurt (Oder) zwei weitere Expositionen zur Moderne geplant, die Werke der 1920er- bis 1930er-Jahre mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen verknüpfen.