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Kreistagsabgeordnete mit Stasi-Kontakt

Adalbert Gloyna (DSU).
Adalbert Gloyna (DSU). FOTO: LR-Archiv
Forst. Eine erneute Überprüfung der Kreistagsabgeordneten in Spree-Neiße hat drei Bescheide mit Hinweisen auf eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit zutage gefördert. Zwei dieser Fälle hat der Sprecher der Kommission, Superintendent Michael Moogk, am Donnerstag öffentlich gemacht. bob/sim

Betroffen sind Diethelm Pagel (Linke) und Adalbert Gloyna (DSU).

Pagels Vergangenheit war bereits im Wahlkampf um den Posten des Landrates publik geworden. Pagel hatte seine Kandidatur daraufhin Anfang 2010 zurückgezogen, war aber weiter Mitglied im Kreistag. Pagel war laut Erkenntnis der Kommission seit 1975 gesellschaftlicher Mitarbeiter der Staatssicherheit (GMS).

Zur Person Gloynas fand sich in den Stasiunterlagen ein Vermerk, dass er „zu einer Zusammenarbeit gewonnen werden konnte“, so Moogk. Eine Verpflichtung liege allerdings nicht vor. Weitere Treffen und Berichte seien ebenfalls nicht ersichtlich. Gloyna erklärte gegenüber der RUNDSCHAU: „Ich habe nicht für die Staatssicherheit gearbeitet.“

Den dritten Fall mit Hinweisen hat die Kommission nicht veröffentlicht. Laut Moogk hätte eine Veröffentlichung nur der Person geschadet, aber „nicht der Transparenz gedient“.

Nicht überprüft wurden der Burger Bürgermeister Martin Schmidt (Linke), der sein Kreistagsmandat am 1. Februar niedergelegt hat, sowie Dietmar Rittel (Freie Bürger), der im Dezember verstorben war. Zu Rittel stellte Moogk fest, dass es „keine Hinweise auf eine Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR gab“.