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| 17:42 Uhr

Brandenburg
Kralinski will Digitalisierung mit Bodenständigkeit

Thomas Kralinski will mehr Indianer für die Regierungsplanung. Foto: dpa
Thomas Kralinski will mehr Indianer für die Regierungsplanung. Foto: dpa FOTO: Bernd Settnik
Potsdam. (iwe) „Brandenburgische Bodenständigkeit und Tradition“ sind aus Sicht des Brandenburger Staatssekretärs Thomas Kralinski (Foto) kein Widerspruch zur Digitalisierung. Der SPD-Politiker, der seit einigen Wochen wieder die Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund leitet, zog am Donnerstag Bilanz einer mehrwöchigen Sommertour, bei der er Digitalisierungsprojekte im ganzen Land besuchte. Von Benjamin Lassiwe

„Mir geht es um eine Digitalisierung mit menschlichem Maß“, sagte Kralinski. „Wir wollen alle mitnehmen, anschließen und motivieren.“

Kralinski betonte, dass im Land Brandenburg rund 500 Millionen Euro für die Schließung von Wirtschaftlichkeitslücken beim Breitbandausbau zur Verfügung stehen. Diese Gelder, von denen rund 180 Millionen vom Land kommen, sollen an Netzbetreiber gehen, die das Breitbandnetz dort ausbauen, wo es für einen wirtschaftlichen Betrieb möglicherweise nicht genügend Kunden geben könnte. „Derzeit mangelt es nicht an Geld, sondern an Kapazitäten für die Umsetzung“, so Kralinski. Bei Ausschreibungen gingen oft nicht genügend Angebote ein, um das Projekt dann starten zu können. Zudem setze sich das Land für eine flächendeckende Versorgung mit dem Mobilfunkstandard 5G ein. „Wenn man autonomes Autofahren ermöglichen will, muss man damit auch von Potsdam nach Meyenburg kommen“, sagte Kralinski. „Da darf nicht zwischendrin einfach Schluss sein.“

Die CDU-Opposition übte indes scharfe Kritik an den Äußerungen von Kralinski. „Es gibt viele Unternehmer, Verbände und Initiativen, die im Bereich der Digitalisierung vieles in Brandenburg erreicht haben“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Jan Redmann. „Das hat aber nichts mit der Landesregierung zu tun.“ Brandenburgs aktuellste Strategie für eine digitale Verwaltung sei 15 Jahre alt. „Anstatt Schön-Wetter-Termine zu machen, sollte Kralinski seinen Auftrag erfüllen und dem Parlament ein Konzept vorlegen, wie die Landesverwaltung endlich auf die Höhe der Zeit gebracht werden soll“, sagte Redmann. „Es ist schon bezeichnend, wenn in Brandenburg selbst die Kiefern twittern, aber die Landesregierung noch mit Papier und Faxgerät arbeitet.“⇥ Foto: dpa