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| 15:45 Uhr

Brandenburg
Kontrollen wegen Waldbrandgefahr stoßen an Grenzen

In einem Waldstück zwischen Kremmen und Nauen löschen Feuerwehrleute einen Waldbrand. Was ihn ausgelöst hat? Häufig können die Männer vor Ort erst einmal nur spekulieren.   
In einem Waldstück zwischen Kremmen und Nauen löschen Feuerwehrleute einen Waldbrand. Was ihn ausgelöst hat? Häufig können die Männer vor Ort erst einmal nur spekulieren.   FOTO: dpa / Christian Pörschmann
Potsdam. Die Trockenheit lässt vielerorts in Brandenburg das Risiko enorm steigen. Schon ein Funke kann genügen, da sollte manches Freizeitvergnügen tabu sein.

Trotz drohender Waldbrandgefahr und allen Warnungen zum Trotz wird in Brandenburg immer wieder mit offenem Feuer hantiert – mit teilweise verheerenden Folgen. Bis zu 20 Prozent aller Waldbrände sind laut amtlicher Statistik hierzulande darauf zurückzuführen. Gerade während der aktuellen Trocken- und Hitzeperiode, bei der die höchste Gefahrenstufe 5 ausgerufen wurde, raten die brandenburgischen Behörden dringend vom Grillen und von Lagerfeuern nahe Wäldern und Gehölzen ab.

Vor allem an touristischen Schwerpunkten wie Seen entstünden immer wieder Brände durch rauchende, grillende oder Feuer machende Badegäste, sagte der Waldbrandschutz-Beauftragte des Landesbetriebs Forst, Raimund Engel. „Grillen oder Feuer sind auch an vermeintlich sicheren Seeufern, die aber bis zu 50 Meter vom Wald entfernt sind, verboten.“ Selbst die für die kommenden Tage erwarteten Niederschläge böten keine Sicherheit. Bei fast einem Drittel der schon 160 in diesem Jahr erfassten Waldbrände ist die Ursache laut Engel unbekannt. Auch sie könnten theoretisch auf Lagerfeuer und Grillen zurückzuführen sein.

Beispielsweise in den Anlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten rund um Potsdam ist es in der Vergangenheit immer wieder zu illegalen Grillpartys gekommen, wie Stiftungssprecher Frank Kallensee berichtete. Dabei seien häufig Brandflecken auf den Rasenflächen zurückgeblieben. Mit ihrem begrenzten Personal könne die Stiftung die Aktivitäten ihrer Besucher häufig nicht kontrollieren. Nur an speziellen Aktionstagen werde gezielt hingesehen.

Inspektoren des Ordnungsamtes würden gegen illegale Feuer und verbotenes Grillen eingesetzt, sagte Potsdams Stadtsprecher Jan Brunzlow. Bei Verstößen folgten Ermahnungen, bei Wiederholung könne ein Ordnungsgeld verhängt werden. In Cottbus kann das einem Sprecher zufolge bis zu 1000 Euro betragen.

Entlang der Waldgebiete ist es ebenso Aufgabe der Revierförster, die Augen offen zu halten. Das ist Engel zufolge aufgrund der angespannten Personalsituation im Landesbetrieb zwar auch nicht flächendeckend möglich. Wenn jedoch Verstöße angezeigt würden, könnten diese in besonderen Fällen sogar als Straftat („Herbeiführen einer Brandgefahr“) gelten. Revierförster können bedarfsweise als Ermittlungsbeamte der Staatsanwaltschaft fungieren und verfügen über polizeiliche Rechte, wie Engel erklärte.

Nach Angaben des Sprechers des Landesfeuerwehrverbandes, Sebastian Kalabis, entfällt ein Drittel aller Waldbrände in Deutschland auf Brandenburg. Allein 2017 seien 116 Brände auf einer Gesamtfläche von 285 Hektar Wald ausgebrochen. „Da helfen nur Aufklärung und ein Appell an den gesunden Menschenverstand.“ Man sollte sich bei einem Lagerfeuer immer Gedanken über die Umgebung und die Umwelt- und Wetterbedingungen machen. Und brennende Zigaretten etwa dürften keinesfalls aus dem Auto geworfen werden.