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| 10:03 Uhr

Was hilft?
Kommunen kämpfen gegen illegale Sprayer

Graffiti auf Müllcontainer.
Graffiti auf Müllcontainer. FOTO: ZB / Bernd Settnik
Cottbus. Graffiti-Schmierereien an Hauswänden gehören zu den regelmäßigen Ärgernissen in Brandenburgs Kommunen. Die Beseitigung geht meist ganz schön ins Geld. Helfen Präventionsprogramme?

Es ist wie eine Endlos-Schleife: Jedes Jahr werden in Brandenburgs Kommunen etliche öffentliche Gebäude mit Graffiti besprüht. Die Beseitigung der Schäden ist oft nicht billig, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. So hat die Stadt Prenzlau (Uckermark) im vergangenen Jahr fast 3800 Euro für das Entfernen von 23 von Graffiti-Schmierereien aufbringen müssen. Im Jahr zuvor waren es Stadtsprecherin Alexandra Martinot zufolge nur zwölf Schadensfälle, die für 2840 Euro behoben werden mussten.

Rund 20 Graffiti-Schadensfälle, davon die Hälfte mit verfassungsfeindlichem Hintergrund, gab es an öffentlichen Gebäuden in Cottbus. Auch in diesem Jahr seien die Zahlen ähnlich, wie Stadtsprecher Jan Gloßmann mitteilt. „Eine Zunahme gibt es meist nur im Zusammenhang mit Wahlen oder besonderen Ereignissen“, sagt er.

„Eine Anzeige bei der Polizei erfolgt zumeist nur, wenn die Graffiti verfassungsfeindliche Zeichen enthalten“, ergänzt Vera Kubler, Stadtsprecherin von Frankfurt (Oder). In der Oder-Stadt seien öffentliche Gebäude nicht das Hauptziel der illegalen Sprüher. „Zumeist sind unbewirtschaftete Gebäude, Trafo-Häuschen sowie Mauern in öffentlichen Parkanlagen beliebte Sprayer-Objekte“, sagt sie. Weil Graffiti an öffentlichem Eigentum prompt und konsequent entfernt werde, bleibe die Motivation, sich dort zu verewigen, zudem niedrig.

An anderen Stellen steht Frankfurt (Oder) der Kunstform und ihren Vertretern auch aufgeschlossen gegenüber. „Neben Einzelbildern, wie etwa am Dresdener Platz, gibt es auch drei Wände, die für Graffiti freigegeben sind und regelmäßig mit neuen Motiven gestaltet werden“, sagt Kubler. So könnten Sprayer ihrer Kunst auf legale Weise nachgehen. „Das Angebot wird sehr gut angenommen.“

Auch in Cottbus hat es im Rahmen eines Präventionsprojekts solche legalen Flächen für Sprayer gegeben. Allerdings ohne großen Effekt: „Das schränkt das illegale Sprühen samt Kick nicht ein“, resümiert Sprecher Jan Gloßmann.

Mehr als 85 Millionen Euro will die Deutsche Bahn bundesweit investieren, um die Videotechnik an großen Bahnhöfen bis 2023 auszubauen, heißt aus dem Unternehmen. Zuletzt waren Graffiti-Straftaten an Gebäuden und Waggons der Bahn in Brandenburg rückläufig gewesen. Grund: Wiederholt waren Spezialteams von Bahn und Bundespolizei Streife gelaufen, hatten Täter auf frischer Tat ertappt und festgenommen. Jedes Delikt werde zur Anzeige gebracht, betonte eine Bahn-Sprecherin.

Insgesamt 18 100 Graffiti-Beschädigungen hat die Bundesbahn 2017 gezählt - knapp vier Prozent mehr als 2016. Zehn Millionen Euro kostete die Beseitigung der Graffiti.

(dpa)