Weniger als ein Drittel der Mitglieder im aktuellen Bundestag sind Frauen. In der Gesellschaft sind die Frauen hingegen mit über 50 Prozent in der Mehrheit.
Hausfrauen oder -männer gibt es laut Statistik des Bundestages gerade einmal zwei im hohen Haus, Arbeitslose vier. Dafür sitzen 171 Beamte und 187 studierte Juristen als Vertreter der Gesellschaft im höchsten deutschen Gesetzgebungsorgan, einem Organ, das ein Spiegelbild der Gesellschaft sein soll, die es vertritt. Dass auch das Durchschnittsalter deutlich über dem der Gesamtbevölkerung liegt, mag da kaum überraschen. Der jüngste Abgeordnete ist 28 Jahre alt.
Mit der Wahl am 26. September lässt sich dies ein Stück weit ändern. Doch allein der Blick auf die Kandidatinnen, also die Frauen, die zur Wahl stehen, zeigt schon, dass es wohl wieder nichts werden wird mit der ausgeglichenen Vertretung im Parlament. Bei den meisten Parteien, vor allem denen, die eher im rechten Bereich des politischen Spektrums anzutreffen sind, dominieren weiterhin alte weiße Männer das Bild.
Es gibt Ausnahmen, und es gibt Anzeichen der Besserung. Doch wer will, dass sich der Trend fortsetzt, wer möchte, dass mehr Frauen, mehr junge Menschen, mehr Menschen mit Migrationshintergrund, andere Berufsgruppen und mehr Familienväter und -mütter in den Bundestag einziehen, der sollte bei der Auswahl seiner beiden Kreuzen genau hinschauen.
Wir können unser Parlament, auch seine Zusammensetzung, wählen. Das ist ein Geschenk, das Menschen in vielen anderen Ländern der Welt nicht haben. Nutzen wir die Chance! Und beim nächsten Mal reden wir dann auch noch einmal über das Wahlalter.