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Kiez-Kitas kommen vor allem im ländlichen Raum

Kiez-Kitas mit zusätzlichem pädagogischen Personal entstehen an sozialen Brennpunkten.
Kiez-Kitas mit zusätzlichem pädagogischen Personal entstehen an sozialen Brennpunkten. FOTO: dpa
Potsdam. Rot-rote Landesregierung stellt in Potsdam erste Pläne für die Verteilung der Brennpunkt-Kindertagesstätten in Brandenburg vor. Benjamin Lassiwe / iwe1

Die Landkreise Uckermark, Barnim und Märkisch-Oderland werden voraussichtlich am meisten vom "Kiez-Kita"-Programm der rot-roten Potsdamer Landesregierung profitieren. In diesen Landkreisen sollen jeweils mindestens acht Kindertagesstätten die Möglichkeit erhalten, zusätzliches pädagogisches Personal einzustellen, weil sie sich in einer sozial schwachen Region befinden.

Wie Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher gestern vor Journalisten in Potsdam erklärte, sei die Verteilung der insgesamt 102 KiezKitas auf die Landkreise vor allem aufgrund des "Sozialindex" geschehen, der von den Gesundheitsämtern bei den Schuleingangsuntersuchungen erhoben werde. In diesen Index flössen Kriterien wie das Bildungsniveau der Eltern, das Einkommen oder eine eventuelle Arbeitslosigkeit ein. Daneben spiele die Zahl der vorhandenen Kita-Plätze im jeweiligen Landkreis eine Rolle. Mit anderen Worten: Die Kiez-Kitas sollen vor allem in armen und bildungsschwachen Regionen des Landes entstehen. Laut einer vom Bildungsministerium verteilten Tabelle sind die wenigsten Kiez-Kitas in den kreisfreien Städten vorgesehen: Cottbus, Potsdam, Frankfurt (Oder) und Brandenburg sollen ebenso wie der Spree-Neiße-Kreis nur mindestens vier Einrichtungen erhalten.

Dabei hatte SPD-Fraktionschef Mike Bischoff noch im September 2016, als er erstmals über dieses Programm sprach, noch ausdrücklich eine Kindertagesstätte in einem Plattenbauwohngebiet in Brandenburg (Havel) als Beispiel genannt, als er gefragt wurde, auf was für Kindertagesstätten das Programm künftig angewandt werden sollte.

Für die Prignitz, für Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster sind fünf Kiez-Kitas vorgesehen, für Dahme-Spreewald sogar sechs. Über den genauen Standort der Kiez-Kitas entscheiden die Jugendämter der Kreise.

Drescher stellte am Mittwoch zudem ein "Landesinvestitionsprogramm Kindertagesbetreuung" für die Jahre bis 2019 vor. Es soll insgesamt 20 Millionen Euro umfassen und Modernisierungsmaßnahmen in Kindertagesstätten ermöglichen. Förderfähig sind etwa schalldämpfende Maßnahmen in Gruppenräumen oder die Erneuerung von Sanitäranlagen. Zudem erhält das Land bis 2022 rund 32 Millionen Euro für den bedarfsgerechten Ausbau der Kitabetreuung für unter sechsjährige Kinder.

Schließlich äußerte sich der Staatssekretär am Mittwoch auch zu der rot-roten Planung, ab 2018 das letzte Kitajahr beitragsfrei zu gestalten. "Wir müssen jetzt ganz genau schauen, wie das umgesetzt werden kann", so Drescher. So müssten Fallzahlen betrachtet und der Kostenaufwand analysiert werden. "Qualität und tiefer gehende Analyse gehen hier aber vor Schnellschüssen."