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| 16:05 Uhr

Kiefernwäldern droht dramatische Nonnenplage

Rund ein Zehntel des brandenburger Waldes könnte im kommenden Jahr von der Nonnenplage betroffen sein. dpa/jas

Brandenburgs Wäldern droht eine dramatische Ausbreitung der Nonnenplage. „Wir rechnen damit, dass 2004 rund 100000 Hektar Wald von dem Schädling befallen sein werden - doppelt so viel wie in diesem Jahr“, sagte Michael Luthardt, Referatsleiter Waldökologie im Potsdamer Agrarministerium, am Donnerstag. Dann wäre beinahe ein Zehntel der 1,1 Millionen Hektar großen Waldfläche des Landes betroffen. 80 Prozent des märkischen Waldes sind Kiefernmonokulturen, auf denen sich die nadelvertilgenden Schädlinge besonders schnell vermehren können.

Um der Plage Herr zu werden, müssten im nächsten Jahr erneut auf besonders betroffenen Arealen Insektizide eingesetzt werden, betonte der Experte. Andernfalls drohe großflächiger Kahlfraß. Auch im von der Nonne befallenen Biosphärenreservat Schorfheide müsse 2004 mit Schädlingsbekämpfungsmitteln vorgegangen werden.

Während im Süden des Landes um Peitz im Frühjahr auf 20000 Hektar aus Hubschraubern Insektizide gegen die Raupe gesprüht wurden, war in der Schorfheide darauf aus ökologischen Gründen verzichtet worden. Agrar- und Umweltminister Wolfgang Birthler (SPD) hatte dies kürzlich nochmals verteidigt. Das Vorgehen ist allerdings hart umstritten. So wird der Landesregierung jetzt Zögern beim Vorgehen gegen den Schädling vorgeworfen. Während unter anderen CDU-Politiker und Forstexperten den Einsatz von Insektiziden forderten, sprachen sich Umweltschützer dagegen aus.