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Kostenübernahme beschlossen
Künftig Vierfach-Impfschutz für alle

Kassen zahlen künftig neuen Vierfach-Impfstoff gegen Grippe.
Kassen zahlen künftig neuen Vierfach-Impfstoff gegen Grippe. FOTO: Sebastian Gollnow / dpa
Cottbus. Die nächste Grippewelle kommt bestimmt. in der kommenden Saison soll dann auch die teurere Vierfach-Schutzimpfung für Kassenpatienten zur Verfügung stehen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Kostenübernahme am Donnerstag beschlossen. Brandenburg hatte allerdings schon vorher mit der Organisation der künftigen Versorgung begonnen. Von Hannelore Grogorick

Für Grippeschutzimpfungen hat während der Saison 2017/18 für sehr viele Patienten nur ein Dreifach-Impfschutz zur Verfügung gestanden, der insbesondere gegen Influenza-Typ A schützen soll. Dann aber herrschte der Typ B vor, gegen den der Dreifach-Impfstoff nicht schützt. Nötig gewesen wäre ein ein Vierfach-Schutz, der allerdings teurer war und nicht für Kassenpatienten kostenfrei zur Verfügung stand. Nach heftiger Debatte über die Versorgungssicherheit hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut hatte Ende 2017 ihre bisherige Empfehlung präzisiert und spricht sich nun für einen Impfstoff aus, der vor vier Virusvarianten schützen soll. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) aus Spitzenvertretern von Ärzten, Kassen und Kliniken hat die Kostenübernahme für gesetzlich Versicherte nun am Donnerstag beschlossen.

In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern begann die Organisation der Versorgung mit dem Vierfachimpfstoff für den Herbst allerdings schon vor dem GBA-Beschluss. Das teilten die für die gesetzlichen Krankenkassen federführende AOK Nordost und Apothekerverbände der drei Bundesländer kürzlich mit. Ziel sei ein adäquater Impfschutz für die Patienten.

Die Kassen gehen demnach von Mehrausgaben in der Region von mindestens sieben Millionen Euro aus. Ein Pharmaverband hatte der AOK Nordost allerdings vorgeworfen, den Preis für den Vierfachimpfstoff derart zu drücken, dass nur ein Hersteller in Frage komme. Lieferengpässe würden dadurch in Kauf genommen.

Die Apothekerverbände und Krankenkassen wiesen dies als Panikmache zurück. Nach aktuellem Stand laufe das Verfahren reibungslos, so dass die Impfstoffhersteller die Impfdosen bis zum Herbst mit dem notwendigen Produktionsvorlauf herstellen könnten, hieß es. Ärzte können den Angaben nach Grippeimpfstoffe aller Hersteller am Markt verordnen - auch dann übernähmen die Krankenkassen die Kosten.