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| 17:35 Uhr

Sächsischer Stasibeauftragter:
Keine Auftritte mehr des Zeitzeugen Faust in sächsischen Schulen

Siegmar Faust darf in Sachsen nicht mehr vor Schülern als Zeitzeuge auftreten. Auf diesem Archivfoto ist er in einem früheren Gespräch mit Schülern in Cottbus zu sehen.
Siegmar Faust darf in Sachsen nicht mehr vor Schülern als Zeitzeuge auftreten. Auf diesem Archivfoto ist er in einem früheren Gespräch mit Schülern in Cottbus zu sehen. FOTO: Wappler
Dresden/Cottbus. Der sächsische Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Lutz Rathenow, hat sich von dem ehemaligen in Cottbus inhaftierten politischen Häftling Siegmar Faust distanziert. Das berichtet die „Berliner Zeitung“ in ihrer heutigen Ausgabe.

Auch der sächsische Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Lutz Rathenow, zieht jetzt in Sachen Siegmar Faust die Reißleine: „Einige der Äußerungen von Faust sind katastrophal, egal ob wörtlich wiedergegeben oder nur sinngemäß gerafft“, wird Rathenow zitiert. Er reagiert damit auf rechtslastige Äußerungen von Faust wegen derer die Stasiknast-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und das Menschenrechtszentrum Cottbus Faust für Führungen und Besucherbetreuungen gesperrt haben. Am kommenden Dienstag wird der Vorstand des Trägervereins des Menschenrechtszentrums über den weiteren Umgang mit Faust beraten. Faust ist selbst dort Beisitzer.

Faust hatte der Justiz vorgehalten, den mehrfachen Holocaust-Leugner Horst Mahler zu hart bestraft zu haben im Vergleich mit Ex-Stasi-Chef Erich Mielke. Die „Berliner Zeitung“ hatte ihn in dem Zusammenhang mit der Frage zitiert: „Ist die Zahl sechs Millionen heilig?“

Gegenüber der RUNDSCHAU räumte er ein, dass diese Äußerung so gefallen sein könnte. Den Vorwurf, dass Mahler wegen eines „Meinungsdeliktes“ zu hart bestraft worden sei, bestätigte er.

Der sächsische Stasiunterlagen-Beauftragte Lutz Rathenow stellte fest, dass Faust für ein von seinem Büro geförderten Zeitzeugenauftritt in sächsischen Schulen nicht mehr in Frage käme. Rathenow versicherte, dass in den 20 Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen im Freistaat, mit denen er zusammenarbeite, die Ansichten Fausts nicht geteilt würden.