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| 12:26 Uhr

Drogen als Medizin
Kein Lausitzer Cannabis, aber Plan B

 Brandenburger Unternehmen geht bei Vergabe zum Anbau von medizinischem Cannabis leer aus – den Zuschlag erhielten Firmen in Neumünster und Berlin.
Brandenburger Unternehmen geht bei Vergabe zum Anbau von medizinischem Cannabis leer aus – den Zuschlag erhielten Firmen in Neumünster und Berlin. FOTO: dpa / Oliver Berg
Schönefeld/Cottbus. Ein Brandenburger Unternehmen gehörte zu den 79 Bietern, die sich bei einer Ausschreibung für den Anbau von medizinischem Cannabis in der Lausitz beworben hatte. Der Zuschlag ist inzwischen erteilt. Von Frank Hilbert

In der Lausitz wird kein medizinisches Cannabis wachsen. „Wir sind raus aus dem Ausschreibungsverfahren“, bestätigte am Montag Raffael Sturm auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Er ist Prokurist der in Schönefeld bei Berlin ansässigen ABcann Germany GmbH – einer Tochter der kanadischen ABcann Medicinals Inc.. Das Unternehmen hat sich auf den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke spezialisiert und war einer von insgesamt 79 Bietern, die sich an einer Ausschreibung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beteiligt haben.

Wie das BfArM mitteilt, habe die Aurora Produktions GmbH (Berlin) den Zuschlag für fünf Lose und die Aphria Deutschland GmbH (Neumünster) den Zuschlag für vier Lose erhalten. Die Ausschreibung umfasste insgesamt 10 400 Kilogramm, verteilt auf vier Jahre mit jeweils 2600 Kilogramm und war auf 13 Lose zu je 200 Kilogramm Jahresmenge aufgeteilt. „Für vier der 13 Lose kann derzeit kein Zuschlag erteilt werden, weil sich ein unterlegener Bieter mit einem Nachprüfungsantrag an die Vergabekammer gewandt hat“, informiert das BfArM. Ende 2020 soll die erste Ernte vermarktet werden können.

ABcann Germany hatte sich um eine jährliche Produktion von 1000 Kilogramm Cannabis beworben. Dafür sollte nach Angaben von Raffael Sturm in der Lausitz extra eine Produktionshalle mit rund 50 Arbeitsplätzen entstehen. Doch ganz vom Tisch seien die Pläne, in der Lausitz zu investieren, noch nicht, sagt Raffael Sturm. „Wir haben noch einen Plan B in Form eines Verarbeitungsbetriebes in kleinerem Maßstab. Es wird sich dabei um keinen Anbau, sondern um eine Verarbeitungsstrecke handeln“, sagt er. Wo dieser Betrieb in der Lausitz entstehen könnte, möchte er mit Verweis auf laufende Verhandlungen mit der zuständigen Kommune noch nicht öffentlich machen.

Laut Medienberichten will die Aurora Produktions GmbH noch in diesem Monat mit dem Bau einer 10 000 Quadratmeter großen Produktionsanlage auf dem Gelände des Biochemieparks in Leuna in Sachsen-Anhalt beginnen. Rund 50 Arbeitsplätze sollen entstehen.

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