ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 21:35 Uhr

Dauereinsatz gegen Waldbrände
Kampf gegen Feuersbrunst: Ortschaft gerettet, lange Staus

Ein Bundeswehr Hubschrauber fliegt einen Einsatz, um beim Löschen des Waldbrandes zu unterstützen.
Ein Bundeswehr Hubschrauber fliegt einen Einsatz, um beim Löschen des Waldbrandes zu unterstützen. FOTO: dpa / Julian Stähle
Potsdam. Mit schwerem Gerät kämpfen Helfer in Brandenburg gegen verheerende Waldbrände. Das Übergreifen der Flammen auf eine Ortschaft wird verhindert - doch Tausende Autofahrer stehen stundenlang im Stau.

Von Rochus Görgen

Ein großes Aufgebot von Polizei, Feuerwehr und der Bundeswehr hat am Freitag bei Potsdam eine Feuersbrunst in einem Kiefernwald gestoppt. Die schon vorbereitete Evakuierung Hunderter Anwohner konnte am Donnerstagabend abgesagt werden, wie Polizei und Landkreis mitteilten. Am Freitag waren die Flammen unter Kontrolle. Rund um den Brandherd direkt am Autobahndreieck Potsdam gab es wegen Sperrungen aber lange Staus, in denen Tausende Autofahrer gefangen waren. Das Technische Hilfswerk versorgte sie mit Getränken.

Die ganze Nacht und am Freitag waren rund 300 Feuerwehrleute bei mehreren Bränden im Land im Einsatz. Gefahr drohte nicht nur durch die Hitze des Brandes, sondern auch noch durch vermutete Munition aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden. Im grellen Scheinwerferlicht tastete sich deshalb auch ein Löschpanzer durch den trockenen Kiefernwald, um Glutnester auszulöschen. Tagsüber spritzte ein Wasserwerfer der Polizei direkt von der gesperrten Autobahn aus Wasser in den Wald. Und die Bundeswehr half mit einem Hubschrauber, der jeweils 5000 Liter Wasser auf die Flammen werfen konnte.

Die Helfer stellten sich auf einen langen Einsatz ein. „Die Brandbekämpfung wird sicherlich noch einige Tage dauern, da brennender Waldboden noch lange glimmt“, sagte Landkreis-Sprecherin Andrea Metzler. Man hoffe jetzt auf wenig Wind - „und natürlich einen kräftigen Gewitterguss.“

Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) bedankte sich bei den Helfern: „Diese Frauen und Männer, viele davon im Ehrenamt, verdienen unsere größte Bewunderung und Anerkennung. Sie setzen ihr Leben aufs Spiel, um andere zu schützen.“

Der Waldbrand in Fichtenwalde, einem Ortsteil der Spargelstadt Beelitz (Potsdam-Mittelmark), führte auch am Freitag zu massiven Staus. Am Freitagabend war noch die A9 vom Dreieck Potsdam in Richtung Süden gesperrt, wie die Polizei mitteilte. Auto- und Lastwagenfahrer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Einen Abschnitt der A10 auf dem südlichen Berliner Ring gab die polizei wieder in beide Richtungen frei.

Auf nahen Umleitungsstrecken und in der Innenstadt von Potsdam stauten sich am Freitag Fahrzeuge. Am Vortag und in der Nacht waren Autobahnabschnitte zeitweise in beide Richtungen gesperrt. Nach der teilweisen Verkehrsfreigabe warnte die Polizei vor Wildwechsel - der Wildzaun sei durch das Feuer beschädigt worden.

Der ADAC erwartet am Samstag und Sonntag das verkehrsreichste Wochenende in diesem Jahr - weil in einigen Bundesländern die Ferien enden und in anderen beginnen, wie Verkehrsexperte Jörg Becker vom ADAC in Berlin sagte. „Tipp für alle: Genügend Kaltgetränke mitnehmen.“ Zudem solle man die Verkehrsnachrichten beachten und auf Kurztrips am Wochenende eher verzichten. „Ich würde an diesem Wochenende nicht an die Ostsee fahren - weil es extrem ist.“

Die Ursache für den Waldbrand auf einer Fläche von - laut Landkreis - rund 50 Hektar ist noch unklar. Er war am Donnerstag in unmittelbarer Nähe der A9, die Berlin mit Leipzig verbindet, ausgebrochen. Denkbar ist daher eine weggeworfene Zigarette oder Funkenflug von einem Fahrzeug. In großen Teilen Brandenburgs herrscht derzeit wegen der Trockenheit höchste Waldbrandgefahr. Die Stadt Potsdam erließ am Freitag ein generelles Grillverbot auf öffentlichen Flächen - die Feuerwehr bat darum, auch auf Privatflächen keine offenen Feuer zu entfachen.

Auch auf einem Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming) kämpften Feuerwehrleute weiter gegen einen Großbrand. Dort waren seit Donnerstag rund 200 Hektar Fläche verbrannt, allerdings war keine Ortschaft bedroht. Teils ließ die Feuerwehr Bäume und Sträucher verbrennen, weil wegen vermuteter Altlasten ein Betreten der Flächen zu gefährlich war. Am Freitag kam hier ein Hubschrauber der Bundespolizei zum Einsatz. Auch hier galten die Flammen unter Kontrolle.

(dpa)