ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:52 Uhr

AfD-Parteitag in Rangsdorf
Kalbitz zu drohender AfD-Beobachtung: „Absurdität ohnegleichen“

Rangsdorf. Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs AfD-Landeschef Andreas Kalbitz hat die drohende Beobachtung seiner Partei durch den Verfassungsschutz als „Absurdität ohnegleichen“ bezeichnet. Der Verfassungsschutz sei zu einem „politischen Instrumentarium“ geworden, sagte Kalbitz am Samstag zu Beginn eines Parteitags der AfD in Rangsdorf (Teltow-Fläming).

Kalbitz ermahnte seine Partei zudem zum Zusammenhalt: „Der ein oder andere Vogelschiss wird uns verziehen“, sagte Kalbitz. „Was uns nicht verziehen wird, ist Uneinigkeit und Spalterei.“

Die AfD sei nicht dazu da, den Medien zu gefallen. Den Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) schmähte Kalbitz vor den etwa 100 Teilnehmern des Parteitags als „Karl-Eduard von Schnitzler für Arme“, die Brandenburger Zeitungen bezeichnete er als „etablierte Schmutzblätter“. Im Zentrum der Versammlung stand die Nachwahl der Listenplätze 29 bis 36 für die Landesliste der AfD zur Landtagswahl am 1. September. Sie war erforderlich geworden, weil es der Partei Anfang Januar in Rangsdorf nicht gelang, die ursprünglich vorgesehenen 40 Listenplätze zu besetzen. Prominentester Kandidat für die sieben nun in Rangsdorf zu besetzenden Plätze war der frühere Boxweltmeister im Halbmittelgewicht, Marco Schulze. Auf dem AfD-Parteitag charakterisierte er seinen Meisterschaftsgewinn als eine der „deutschesten Meisterschaften auf deutschem Boden.“ Früher hatte sich der Veltener unter dem Slogan „Meine Rechte gegen Rechts“ gegen den Rechtsextremismus engagiert – auf dem AfD-Parteitag erhielt er dafür allerdings nur wenig Applaus. Schulze fiel bei den Wahlen durch, stattdessen machten Unbekanntere das Rennen.Die am Samstag in Rangsdorf bestimmten Positionen der Landesliste galten aber ohnehin als aussichtslos: Die AfD lag in der jüngsten Umfrage bei etwa 20 Prozent, was bedeuten würde, dass sie insgesamt rund 20 Abgeordnete in den 88 Mitglieder zählenden Landtag entsenden kann. Während der Parteitag in Rangsdorf tagte, demonstrierten rund 250 Mitglieder des Bündnisses „Gesicht zeigen gegen den Rechtsruck“ gegen den Parteitag. Zu den Teilnehmern gehörten sowohl SPD-Generalsekretär Erik Stohn als auch Vertreter von Antifa-Gruppen aus Berlin. „Die AfD ist die Partei, deren Geschäftsmodell es ist, auf Ausgrenzung zu setzen und Sündenböcke zu suchen“, sagte Stohn der RUNDSCHAU.

„Sie lässt Tag für Tag den Respekt vor Minderheiten und Andersdenkenden vermissen, deswegen ist sie aus meiner Sicht keine demokratische Partei.“ Er warne vor einer Verharmlosung der AfD.