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| 02:33 Uhr

Jugendarbeitslosigkeit sinkt

Im Bezirk Cottbus wird vor allem Koch-Nachwuchs gebraucht.
Im Bezirk Cottbus wird vor allem Koch-Nachwuchs gebraucht. FOTO: fotolia
Cottbus/Bautzen. Die Jugendarbeitslosigkeit in Südbrandenburg sinkt. 1116 Jugendliche unter 25 Jahren sind ohne Job. Ostsachsen verzeichnet hingegen wieder mehr arbeitslose Jugendliche. Insgesamt ist die Arbeitslosenquote im März aber leicht gesunken. Anja Brautschek

. Die Jobchancen für Jugendliche in Südbrandenburg und Ostsachsen stehen gut. "Es sind ausreichend Angebote in allen Bereichen vorhanden", sagt Maximilian Bischoff, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Cottbus.

2210 unbesetzte Ausbildungsstellen gibt es derzeit in Südbrandenburg. In Ostsachsen sind noch 1651 Lehrstellen frei. Dem gegenüber stehen 1972 Schüler in Südbrandenburg beziehungsweise 2073 in Ostsachsen, die derzeit noch auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Vor allem Köche werden dringend gebraucht. Allein dafür gibt es derzeit 101 freie Stellen. Aber auch Industriemechaniker, Restaurantfachpersonal sowie in kaufmännischen Berufen wird Nachwuchs gesucht. Auffällig ist dabei, dass die Betriebe immer zeitiger mit der Suche geeigneter Bewerber beginnen. "Das raten wir auch jedem Unternehmen. Jetzt, im März und April, ist in der Lausitz die Hochphase. Zum Vergleich: In Süddeutschland wurde das Gros der Ausbildungsverträge schon im Dezember abgeschlossen", sagt Maximilian Bischoff.

Dabei richten Unternehmen den Blick verstärkt auf die Stärken und Fähigkeiten der Bewerber. Sie setzten immer mehr auf Praktika oder Einstiegsqualifizierungen, um die Fertigkeiten und Talente der Jugendlichen kennenzulernen. "Wir wissen, dass die Zahl der Einser-Kandidaten in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Die jungen Menschen sind daher gefordert, ihre Stärken, Fähigkeiten und Talente gegenüber den Betrieben besser zu präsentieren. Tugenden wie Belastbarkeit, Höflichkeit, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Fleiß und Pünktlichkeit sind auch heute noch besonders wichtig", sagt Klaus Schuberth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Sachsen.

Auch die Jugendarbeitslosigkeit in der Region hat sich positiv entwickelt. 1116 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren sind in Südbrandenburg derzeit ohne Job. Das entspricht einer Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe von 5,2 Prozent. Damit ist das Niveau wieder auf dem Stand des Vorjahresmonats und liegt unter dem deutschlandweiten Durchschnitt von 5,4 Prozent. "Unser Ziel ist es, arbeitslose Jugendliche unverzüglich in eine Ausbildung oder in Arbeit zu vermitteln", sagt Maximilian Bischoff. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Bautzen liegt die Arbeitslosenquote für Jugendliche bei 7,2 Prozent.

Insgesamt betrachtet zeigt der Arbeitsmarkt in der Lausitz im März aber nur wenig Bewegung. Dennoch sind die Zahlen leicht gesunken. In Südbrandenburg liegt die Arbeitslosenquote nun bei 9,2 Prozent (9,9 Prozent im Februar 2016). Schlusslicht im Agenturbezirk ist erneut Forst mit 12,6 Prozent Arbeitslosigkeit. Luckau hat mit 5,7 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote.

Insgesamt sind in Südbrandenburg 29 642 Menschen ohne Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von 8,2 Prozent. Es sind 2631 Arbeitslose weniger gemeldet als im März 2015. Auffällig ist dabei, dass mehr als die Hälfte der Arbeitslosen Männer sind. "Das ist auf die saisonale Situation zurückzuführen", erklärt Maximilian Bischoff. Männer arbeiten oft in saisonalen Bereichen, beispielsweise in der Landwirtschaft, im Bauwesen oder in der Gastronomie. In diesen Bereichen gehe die Beschäftigung erst jetzt im Frühjahr los.

Auch in Ostsachsen zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Agentur für Arbeit Bautzen meldet eine Arbeitslosenquote von 9,5 Prozent (9,8 Prozent im Februar 2016). Insgesamt suchen dort derzeit 27 544 Menschen eine Arbeitsstelle. Das sind 3838 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr - ein Rückgang von 12,2 Prozent. "Das Frühjahr belebt den Arbeitsmarkt. Arbeiten in Außen- und Bauberufen können wieder durchgeführt werden", erklärt Klaus Schuberth.

Gestiegen ist jedoch die Anzahl der arbeitslos gemeldeten Ausländer. Sie beträgt im März 1630 - 471 Personen mehr als im Vorjahr. Mit 993 Personen kommt der Großteil aus Syrien. "Wir merken jedoch eine leichte Entspannung im Zugang", so Maximilian Bischoff. In Ostsachsen liegt die Zahl der arbeitslosen Ausländer derzeit bei 1138.

Zum Thema:
Jugendliche ab der Jahrgangsstufe7 haben in Brandenburg am 28. April die Möglichkeit, für einen Tag in Agenturen, Unternehmen oder Universitäten hineinzuschnuppern und Ausbildungsberufe kennenzulernen. 436 Firmen und Einrichtungen machen beim Zukunftstag mit. Wer in einen Betrieb schauen möchte, kann sich unter www.zukunftstagbrandenburg.de anmelden. Dort gibt es auch eine Übersicht aller Teilnehmer.