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| 14:41 Uhr

Datensammlung zur Kindergesundheit
Jedes zehnte Brandenburger Kind ist psychisch gestört

Etwa ein Drittel der Jungen und ein Viertel der Mädchen mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung werden mit Psychopharmaka behandelt. In Spree-Neiße, Cottbus und Elbe-Elster werden sie dem aktuellen Kindergesundheitsbericht zufolge nach Brandenburg/Havel und Frankfurt/Oder im Land Brandenburg am häufigsten verschrieben.
Etwa ein Drittel der Jungen und ein Viertel der Mädchen mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung werden mit Psychopharmaka behandelt. In Spree-Neiße, Cottbus und Elbe-Elster werden sie dem aktuellen Kindergesundheitsbericht zufolge nach Brandenburg/Havel und Frankfurt/Oder im Land Brandenburg am häufigsten verschrieben. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Potsdam. Der aktuelle Kindergesundheitsbericht des Landes Brandenburg bestätigt: Der Nachwuchs aus armen Familien ist gesundheitlich überdurchschnittlich oft benachteiligt. Südbrandenburg hat bei Alkohol und Zigaretten einen Spitzenplatz. Auch die Zahngesundheit lässt zu wünschen übrig.

Bei jedem zehnten Kind in Brandenburg unter 14 Jahren stellen Ärzte eine psychische Störung fest. Das belegt der aktuelle Kindergesundheitsbericht. Die am häufigsten gestellte Diagnose: die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Lausitz und Spreewald liegen, ausgenommen der Landkreis Spree-Neiße, über dem Brandenburg-Durchschnitt.

Kinder aus armen Familien sind den neuesten Daten zufolge überdurchschnittlich oft gesundheitlich benachteiligt. Arbeitslosigkeit in der Familie und wenig vermittelte Bildung lassen Kinder häufiger unter psychischen Problemen als andere Kinder ihrer Altersgruppe leiden. Die Anzahl der chronischen Erkrankungen ist zweieinhalb Mal so hoch. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus und Migrantenfamilien nehmen seltener Medikamente. Starkes Übergewicht (Adipositas) tritt bei 7,5 Prozent der Einschulungskinder aus armen Familien auf. Bei Familien mit hohem Sozialstatus sind es nur 1,9 Prozent.

Ministerin Diana Golze (Linke): „Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinder die Folgen sozialer Ungleichheit tragen, ohne selbst dafür verantwortlich zu sein.“ Das Land unterstütze benachteiligte Familien schon heute gezielt mit Fördermaßnahmen. „Wir wollen aber noch mehr tun und die Hilfsangebote noch besser miteinander abstimmen“, sagt sie weiter. Das Thema Gesundheit sei deshalb in diesem Jahr auch Schwerpunkt der Initiative ‚Starke Familien – Starke Kinder‘ – Runder Tisch gegen Kinderarmut.“

Der Anteil von Mädchen und Jungen, die mindestens einmal pro Woche Alkohol zu sich nahmen, hat sich seit 2005 von 26 auf zwölf Prozent reduziert. Cottbus und Oberspreewald-Lausitz bleiben aber trotz des erklärten stärksten Rückganges vom Alkoholkonsum unter den Promille-Hochburgen. Täglich zur Zigarette greifen mittlerweile nur noch 13 Prozent der Jugendlichen, gegenüber 33 Prozent im Jahr 2005. Mittlerweile werden 90 Prozent der Kleinkinder von den Eltern zu den empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen gebracht. Die Impfquoten haben sich erhöht.

Präventionsprogramme wie die „Kita mit Biss“ zeigen Wirkung. Der Anteil von Fünfjährigen mit kariesfreien Zähnen ist zwischen 2007 und 2016 von 57 auf 68 Prozent gestiegen. Unabhängig

von der Altersgruppe lebt in Potsdam und Potsdam-Mittelmark ein relativ hoher Anteil an Kindern mit gesunden Zähnen, der Landkreis Elbe-Elster weist indes den geringsten Anteil auf. In Cottbus und Dahme-Spreewald indes sind die Gebisse der Zwölfjährigen mit am gesündesten.

Die Datensammlung „Gesundheit und Gesundheitschancen für Kinder im Land Brandenburg“ ist beim Gesundheitsministerium kostenfrei erhältlich. www.masgf.brandenburg.de

(kw)